Johannes Reimer

 

Satanismus

 

Antireligiöser Protest oder dämonische Verstrickung?



Inhalt

I. Was ist und woher kommt Satanismus

Was ist Satanismus?
Woher kommt der Satanismus?
Aleister Crowley - der Ideologe des modernen Satanismus
Eugen Grosche - der deutsche Großmeister
Anton S. LaVey und Kirche des Satans

II. Satanismus in Deutschland heute

Okkulter Neo-Satanismus
Synkretistischer Jugendsatanismus
Sexualmagische Gruppen
Künstlersatanismus

III. Warum wird man Satanist?

Machtdurst
Wissensdurst
Auf der Suche nach Geborgenheit
Auf der Suche nach Identität
Abenteuer- und Sensationslust
Die alte Frage nach Gott

IV. Verführer haben viele Gesichter

Satanistische Kultur als Motivationsfaktor
Mehr als nur Teenie-Spaß
Rock my soul in die Hände Satans
Erzieher als Verführer
Ein Spiel mit dem Feuer

V. Ein Vertrag mit dem Satan

Der sanfte Einstieg in die Hölle
Mit gesteigerten Interesse zum Sinneswandel
Jetzt gehörst Du zu uns
Vertrag mit dem Satan

VI. Was glauben Satanisten?

Dogmatischer Anarchismus als Prinzip
Ein Buch der Offenbarung gibt es nicht
Gott ist ...
Satan - ein Mittel zum Zweck
Jesus - der Feind
Sünde - die Erfindung der Christen
Nicht alle Menschen sind gleich wertvoll
Satanistische Feiertage
SRA (Satanic Ritual Abuse)
Im Käfig der Angst

VII. Urteilen ohne zu verurteilen

Unschlüssiges Weltbild
Protest ohne Kenntnis
Fehlende Gotteserkenntnis
Satan als Objekt des Anbetung
Christusfeindlichkeit
Sündlosigkeit als Selbstbetrug
Verantwortungslosigkeit
Okkulte Abhängigkeit und Besessenheit

VIII. Mission an der vordersten Frontlinie

Den Auftrag ernst nehmen
Christsein gibt es nur als Leben im Kampf
Kämpfen - gewußt wie
Kämpfen im Angesicht des Sieges

Vorwort

Seit Jahren überschlagen sich die Berichtserstatter im In- und Ausland. Eine Sensationsmeldung jagt die andere. Da wird von Schwarzen Messen auf den Friedhöfen, Gräberschändung, rituellem Missbrauch, Tier-, ja sogar Menschenopfern geredet. Ganze Schulen sollen von einer unheimlichen Welle okkulten Interesses ergriffen worden sein. Zeitungsüberschriften wie „Immer mehr Jugendliche gehen zum Teufel“ schockieren, ängstigen, rufen Fragen hervor.

Als Pastor einer freikirchlichen Gemeinde kam ich zum ersten Mal mit dem Satanismus Mitte der Achtziger Jahre direkt in Berührung. Jemand hatte die Außenwand unseres Gemeindehauses mit  antichristlichen Sprüchen und satanistischen Symbolen verschmiert. Meine Recherchen führten mich bald auf die Spur einer Gruppen von Jugendlichen die ab und zu in der Teestube der Gemeinde auftauchten. Sie fielen längst durch ihre auffällige Kleidung und herausforderndes Benehmen auf. Ich sprach sie auf ihr Treiben an und sie überhäuften mich mit Hasstyraden. Satanisten seien sie und in unser Kirche nur, weil sie einen Auftrag haben unsere Kirche zu zerstören. Ein vernünftiges Gespräch schien unmöglich. Alarmiert durch dieses Gespräch schrieb ich den Jugendlichen einen Brief, indem ich sie auf die Konsequenzen eines Paktes mit dem Satan hinwies. Es dauerte nicht lange und zwei völlig schwarz gekleidete junge Männer tauchten eines Tages unangemeldet vor meiner Wohnungstür auf. Im Namen Luzifers verlangten sie von mir sie in die Wohnung zu lassen. Und ohne auf eine Antwort zu warten drängten sie sich in mein Haus. Ich ging ihnen nach und als wir im Wohnzimmer angekommen waren, hatte ich mich wieder gefangen, hob meine Hand und befahl ihnen im Namen Jesu sich zu setzen. Dieser Name versetzte die noch eben so majestätisch erschienenen Herren in eine große Unruhe. Sie wollten wieder gehen, aber ich zwang sie zu bleiben und den Grund ihres Kommens zu verraten. Alt bekannte Haß-Tyraden und persönliche Drohungen folgten. Später riefen mich jede Nacht irgendwelche Störer an und spülten über mich einen Fluch nach dem anderen. Meine persönliche Begegnung mit Satanisten begann.

Viele Jahre sind seither vergangen. Aus dieser ersten Begegnung ist ein Dienst geworden. Denn Menschen, jung und alt, die sich zur Satansanbetung bekennen, begegnet man heute überall da wo man sich mit dem Thema paranormaler Erfahrungen in Vorträgen auseinandersetzt. Man muß nicht erst die Sensationsberichte in der Presse lesen, um zu verstehen, daß Satanismus zu einer festen Größe auf dem Markt religiöser Möglichkeiten in Deutschland geworden ist.

Freilich sollte man sich nicht nur auf Grund der Veröffentlichungen in den Boulevardblättern ein Bild über das Phänomen machen, wie Eckhard Türk mit Recht gefordert hat.  Aber ob es sich hierbei nur um ein gesellschaftliches Randphänomen handelt, wie er es sieht,  daß kann ebenso angezweifelt werden. Die Worte des Begründers der Kirche Satans Anton Szandor LaVey: „Das ist das Zeitalter des Satans! Der Satan regiert auf der Erde“  mögen übertrieben pathetisch klingen, sieht man sich jedoch die rapide Ausbreitung satanischer Kulte in der Welt an, so beginnt man sie ernst zu nehmen. Freilich muß ein solches Ernstsnehmen vor allem von einer weitestgehenden realistischen Beurteilung des Phänomens ausgehen. Beides, übertriebener Sensationismus wie gefährliche Verharmlosung helfen am Ende nicht weiter. Christen sollten sich um die Wahrheit bemühen, weil nur sie am Ende zur Freiheit führen kann (Joh. 8,32). Diese Broschüre ist von einem solchen Verlangen, so objektiv wie möglich das Phänomen Satanismus zu beschreiben, getragen.

Doch wie gelangt man zu einem realistischen Bild einer in Geheimtuerei und unzähligen Geheimcodi operierenden Bewegung, die keineswegs zentral organisiert und deshalb sehr unterschiedlich auftritt? Die Gefahr der Verallgemeinerung ist kaum zu vermeiden. Hier ist nicht nur darauf zu achten, daß man nur authentisches Informationsmaterial zur Beurteilung heranzieht und sich prinzipiell von jeder Sensationsberichterstattung fernhält (allerdings ohne die Gefahr zu laufen, dieses Heft zu einer Quelle für esoterisch-okkulte Veröffentlichungen zu machen), sondern auch das sorgfältig selektierte Material „geistlich“ deutet. Der Gemeinde Jesu wurde dafür die Gabe der Geisterunterscheidung gegeben. Diese, heute leider so rar geworden Gabe des Heiligen Geistes ist bei der Beurteilung dämonischer Wirklichkeit unerlässlich.

Es ist daher meine Bitte an jeden Christen, der diese Broschüre ließt, den Herrn um eine solche Gabe der Geisterunterscheidung zu bitten. Und natürlich erst recht dann, wenn einem  Begegnungen mit Menschen, die satanischen Inhalten anhängen, zugemutet werden. Schnelle Beurteilungen können zu unzuläßlichen Verurteilungen führen. Das Ziel der christlichen Existenz in dieser Welt kann aber niemals Verurteilung der Welt sein, sondern die Erlösung der Menschen. Wer sich mit den Satanisten aus missionarischem Interesse beschäftigt, wird vom tiefen Verlangen, diesen verirrten Seelen zu helfen, getragen. Ein solches bewusstes, aufgeklärtes Vorgehen zu ermöglichen - dafür ist dieses Heft geschrieben worden. Es will aufklären und ermutigen in den Kampf für Menschen zu ziehen, die im Sumpf der Finsternis stecken geblieben sind.

I. Was ist und woher kommt Satanismus


Was ist Satanismus?
Es ist wahrlich nicht einfach das Phänomen Satanismus in wenigen Sätzen zu fassen. Zu unterschiedlich geben sich die verschiedenen Bewegungen, die diese Bezeichnung für sich wahrnehmen. Während die einen eine Anbetung Satans verneinen, sehen andere in Satan Gott, dem jede Anbetung gebührt.
Bob Passantino hat Satanismus wie folgt definiert:
Moderner Satanismus ist eine Form religiösen Glaubens und Ausdrucks, die sich der Anbetung Satans bedient, wobei Satan als übernatürliche Person, Gottheit, Teufel, eine übernatürliche Macht, eine  natürliche Kraft, oder auch meistens als das Selbst begriffen wird.

Andere glauben, daß man den Satanismus viel enger fassen müsse und nur solche Kreise als satanisch verstehen, die den Satan als wahrnehmbare Realität begreifen und anbeten.  Klöckner/Tworuschka schreiben:
„Als Satanisten im engeren Sinne sind Menschen zu verstehen, die sich ausdrücklich positiv auf Satan als eine individuelle religiöse Instanz beziehen.“  Die weitergefasste Definition Passantinos erscheint mir jedoch gerechtfertigt, auch wenn es dabei um einen „Satanismus mit und ohne Teufel" gehen kann.

Sicher darf man dabei den Satanismus nicht einfach mit anderen okkulten Erscheinungen unserer Tage verwechseln: Heidentum, Götzendienst, Hexenkult oder die New - Age - Bewegung. Zweifelsohne sind in diesen Bewegungen okkulte Erscheinungen vorhanden, und zum Teil sind sie fest im Okkultismus verankert, und sie stellen eine wahre Gefahr satanischer Beeinflussung dar. Auch funktionieren sie oft als Vorhöfe für den Satanismus. Zum Satanismus im engeren Sinne gehören sie dagegen nicht.
Beim Satanismus geht es um unmittelbare Verehrung Satans, auch wenn Jugendliche, die den Satans - Kult praktizieren sich oft überhaupt nicht sicher sind, ob Satan in Wirklichkeit existiert. Aber ihr Kult funktioniert und deshalb gehen sie dem nach. Nur sehr wenige Satanisten praktizieren ihren Kult deswegen, weil sie bewußt von der Existenz Gottes und des Satans ausgehen und sich nun einmal für den Satan entschieden haben. Biblisch gesehen, ist Satanismus die Anbetung des gefallenen Engels namens Luzifer, der hebräisch satanas (Mr. 1,13; Luk. 22,3), griechisch diabolos (Joh. 6,70; 8,44) genannt wird und als Widersacher Gottes und Verführer der Menschen gesehen wird. Er ist der Führer der von Gott abgefallenen Engel (Luk. 10,18) und „der Böse“ (Mt.5,37).
Wer sich mit dem Satan einlässt und unter seine Kontrolle gerät, steht grundsätzlich in Opposition zu Gott (Eph. 2,1-3).

Woher kommt der Satanismus?

Satanismus als organisierte Anbetung des Satans ist eine relativ moderne Erscheinung. Sie baut vor allem auf den anti-religiösen Gefühlen auf, die mit der Aufklärung ins Leben der europäischen Gesellschaft einzogen und Grund für eine Anti-Religion legten, die sich oft nicht nur atheistisch, sondern auch antikirchlich gab. Passantino formuliert richtig: „Die Anti-Religion der Aufklärung legte mit der säkulären Philosophie und der Ablehnung des Christentum den Grund für den modernen Satanismus.“

Inwieweit diese Anti-Religion mit dem Hexenwahn zu Beginn der Neuzeit zu tun hat, ist umstritten, und wird hier nicht behandelt.  Dagegen ist der geheime Satanskult in den höchsten Gesellschaftsschichten in Paris der Zeit des Ludwig XIV. gut belegt.  Hier versuchte man sich besondere Kräfte durch Schwarze Messen und blasphemisch - obszöne Riten anzueignen. Die Schwarze Messe ist bewußt der christlichen „weißen“, Römisch-Katholischen Messe, nachempfunden. Es fällt auf, daß die satanistische Anti-Religion sich vor allem gegen die Riten der Katholischen Kirche formierte. Haaks haben Recht wenn sie schreiben: „Einen ´protestantischen Satanismus´ dieser Art hat es nicht gegeben.“  Der Grund hierfür wird vor allem in der eher rationalistischen Glaubensweise der Protestanten liegen, deren schlichte und  „verkopfte“ Gottesdienste wenig Raum für Mystik und mystische Erfahrungen geben, während das in der Katholischen Messe eher der Fall ist.

In den satanischen Messen wurden auch schwere Verbrechen begangen. So gilt als belegt, daß bei den Riten Blut von ermordeten neugeborenen Kindern verwendet wurde. Ein anschauliches Beispiel hierfür stellt die Geschichte von Madame de Montespan, Maitresse Ludwigs XIV, und Mutter einer Reihe seiner Kinder. Vernachlässigt vom König, versuchte sie seine Gunst zurück zu gewinnen in dem sie zu schwarzmagischen Mitteln griff. Dabei wurden während der Schwarzen Messen auch Kinder geopfert.  Es ist anzunehmen, daß dererlei Kulte nicht nur in Paris praktiziert wurden.

Das der Teufelskult der Pariser Elite keine europäische Zufallserscheinung gewesen war, zeigt die Wiederbelebung des Interesses für den Satanismus im 19. Jahrhundert, hier vor allem in der Form literarischer Dichtung. Besonders wichtig scheinen die Satanslitaneien Charles Baudelaire  und der 1889 in Paris erschienen Roman des Joris K. Huysmans „La-Bas“, einem Freund des gewissen Abbe Boullan, der nachweislich Schwarze Messen, auch mit Menschenopfer abhielt.
In Huysmans Roman wird eine Schwarze Messe beschrieben, die bedenkt man die Beziehung des Autors zu Boullan, wohl keine Ausgeburt seiner eigener Phantasien, sondern eine Beschreibung konkreten Geschehens, sein dürfte. Die Verherrlichung des Satans ist hier verbunden mit massiven Lästerungen des Herrn Jesus Christus. Es wird deutlich, daß hier das Interesse für den Satan auf dem Hintergrund einer grundsätzlichen Protesthaltung dem Christentum, Gott und Jesus Christus gegenüber, begründet ist.
Bernhard Wenisch spricht an dieser Stelle daher auch vom Protestsatanismus.  Protest ist es auch bis heute was viele, besonders jungen Satansverehrer zu aller erst ausdrücken wollen.

Zwischen den historischen satanistischen Erscheinungen und dem modernen Satanismus gibt es allerdings nur wenige Verbindungen. Der Amerikaner J. Gordon Melton schreibt: „Der Gegenwärtige Satanismus scheint wenig organisatorische Verbindung zum früheren Satanismus zu haben. Bücher über Schwarze Magie, Satanismus und das Psychische  generell scheinen für ihn die Quelle zu sein und die gegenwärtige Psychoszene dient als Vorgabe für satanische Praktiken. Die magischen Schriften Aleister Crowleys haben in vielen Bereichen Einfluß gehabt ...“ 

Aleister Crowley - der Ideologe des modernen Satanismus

Oft als Vater des modernen Satanismus gepriesen, hat der Britte Aleister Crowley (1875 - 1947)  wie kein anderer die verschiedenen Strömungen im modernen Satanismus beeinflußt. Crowley entstammte einem überaus frommen Elternhaus, das zu den Brüdergemeinden (Plymouth Brethren) in England gehörte. Gut gebildet, lehnte er bereits früh den Glauben seiner Eltern ab und benahm sich ausgesprochen antichristlich, was seine Mutter dazu bewegte, in ihm das „große Tier“ aus der Offenbarung zu sehen, was ihn nur noch dazu anstachelte, diese Bezeichnung für sich selbst in Anspruch zu nehmen.
Mit 20 Jahren begann Crowley ein Studium der Geisteswissenschaften am angesehenen Trinity College in Cambridge, das er jedoch drei Jahre später 1898, ohne Abschluß wieder verließ. Noch im gleichen Jahr schloß sich Crowley einer okkulten Gruppe an, die sich Hermetic Order of Golden Dawn (HOGD - Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung) nannte, um hier sein Interesse für Magie und Okkultismus zu befriedigen. Er wurde in den Orden als Bruder Perdurabo aufgenommen. Der junge Mann war mittlerweile zur festen Meinung gelangt, eine besondere Lebensberufung zu haben: „... das Universum zu dem Zustand trunkener Unschuld und spiritueller Sinnlichkeit zu erlösen.“ 

Er ließ sich in London nieder und begann hier als Magier zu praktizieren, wobei er immer wieder zu Drogen, Haschisch und Kokain, zurückgriff, um so seine Visionen zu erhalten. Crowley reiste viel. Auf Reisen nach Mexiko, Hawaii, Japan und Ceylon wird er neben seiner Suche nach okkultem Wissen vor allem seiner Rauschgiftsucht gefrönt haben.

Im Jahre 1903 heiratete der selbsternannte Magier Rose Kelly, die Tochter eines alten Studienfreundes. Die Hochzeitsreise führte das frischverheiratete Paar nach Ägypten. Hier erhielt Crowley am 8., 9. und 10. April des Jahres 1904 jeweils zwischen 12 und 13 Uhr Mittags seine berühmte Offenbarung durch ein ausserirdisches Wesen namens „Aiwaz“. Auf Grund dieser Offenbarung formulierte Crowley sein legendäres Buch Liber Al Vel Legis   (Das Buch des Gesetzes). Darin proklamiert er das eingesetzte Ende der „christlichen Sklavenmoral“ und den Anbruch eines magischen Zeitalters das unter dem „Gesetz des Theleme“ (Tue was du willst - das ist das ganze Gesetz)  durch die Einführung einer „Force and Fire“ Religion.

Sein ganzes folgendes Leben trachtete Crowley nun danach die Anweisungen dieser Offenbarung im praktische Leben umzusetzen. Er verließ den HOGD wegen Meinungsverschiedenheiten mit deren Leiter Samuel Liddell Mathers und gründete 1907 einen eigenen Orden, den er Argenteum Astrum (Orden des Silbersterns) nannte. Die 90 Mitglieder dieses Ordens übten sich vor allem in der Sexualmagie, die in unvorstellbaren Orgien ausartete. Seine Frau Rose verfiel in Trunksucht und 1909 ließ der Magier sich von ihr scheiden. Zwei Jahre später wurde sie in eine Nervenklinik eingeliefert.

Um die Jahrhundertwende lernte er den in Deutschland von dem Wiener Fabrikanten Dr. Carl Kellner (1850-1905) und dem deutschen Theosophen Dr. Franz Hartmann (1838-1912) gegründeten Ordo Templi Orientis (O.T.O) kennen, einen Geheimorden, der eher gnostischen Vorstellungen anhing. Bekannt wurde der Orden vor allem unter dem Nachfolger Kellners Theodor Reuß (1855-1923), der sich intensiv mit der Sexual-Magie des Hinduismus beschäftigte. Reuß lud Crowley im Jahre 1910 ein sich dem O.T.O anzuschließen und bestellte ihn gar zu seinem Nachfolger. 1912 wurde der Britte zum „National Grand Master General“ bestellt. Er selbst nannte sich „Master Therion“ und verstand sich bald als „Bruder Baphomet“ als der eigentliche Führer des O.T.O.

Während des Ersten Weltkrieges hielt Crowley sich in Nord Amerika auf und kehrte nach dem Ende des Krieges nach Europa zurück. 1920 zog er nach Sizilien. Hier in der nähe des Fischerdörfchens Gefalu gründete er die Abtei „Thelema“, eine Art Gegenkloster „der Lebensfreude und Lebensbejahung“. Es wurde zu einem Ort der grenzenlosen sexuellen Perversion. Sodomie, Homosexualität, sexuelle Magie und Gewalt jeder Art gehörten zum Tagesprogramm des „Klosters“. Das Schicksal der Frauen, die sich auf Crowleys Sexwahn einließen war immer wieder das gleiche: sie landeten in den Nervenanstalten, verfielen der Trunksucht oder begingen Selbstmord.  Die Exzesse in der Abtei drangen nach außen und die italienische Regierung ließ Crowley 1923 ausweisen. Jetzt folgten Jahre der Wanderung durch Deutschland, wo er 1929 Maria Teresa Ferari heiratete, und England. Als die Nationalsozialisten 1935 den O.T.O verboten, ließ Crowley sich im englischen Hastings als Gast eines exzentrischen Lords nieder. Hier starb der „gottloseste Mensch des Jahrhunderts“ am 1. September 1947. Sein geistiger Einfluß sollte aber erst jetzt an Kraft gewinnen.

Die Philosophie Crowley ist gnostisch festgelegt. Er glaubt, daß der Mensch in seinem Kern mit dem Urprinzip identisch ist. Im Unterschied zu den fernöstlich beeinflussten Neugnostikern versteht er das Urprinzip nicht geistig, sondern als Lebensdrang, der sich in unendlicher Lust ausleben will. Daher seine schrankenlose Zügellosigkeit bei der Auslebung seiner Leidenschaften. Bald folgten bodenlose Experimente in allerlei Richtung, wobei sexuelle Ausschweifungen den wichtigsten Platz einnahmen.
Crowley´s Philosophie ist grundlegend für den modernen Satanismus. Sie zeichnet sich durch drei wichtige Prinzipien aus:

1. Radikale Ablehnung des Christentums;
2. Annahme der absoluten Vorrangigkeit seines eigenen Selbst;
3. Gebrauch der Magie im Interesse eigener Bedürfnisbefriedigung.

Dabei spielt die Vergötterung Satans keine Rolle, was immer wieder dazu geführt hat, daß man in Crowley keinen Satanisten zu sehen vermochte. Crowley verehrte weniger Satan, sondern verstand sich selbst als Gott. Folgendes Zitat des Magiers spricht für sich: „Ich bin ebenfalls ein Stern im Raum, einzig und aus mir selbst lebend, eine individuelle, unzerstörbare Essenz; ebenfalls bin ich eine Seele, ich bin identisch mit allem und Nichts. Ich bin in Allem, und alles ist in mir. Ich bin getrennt von Allem und Herr von Allem und eins mit Allem. Ich bin ein Gott, Ich wahrer Gott vom wahren Gott; ich gehe meinen Weg, um meinen Willen zu tun ...“ 

Bezeichnend ist dabei, daß Crowley glaubte, diese seine Göttlichkeit der in ihm verwirklichten Inkarnation Satans zu verdanken. Im Anschluß an Off. 13 nannte er sich „das große Tier - 666“.

Eckhard Türk bezeichnete die Glaubenswelt Crowley mit Recht einen „satanistischen Pantheismus“.
Eine Reihe von miteinander konkurrierenden Organisationen sind aus dem O.T.O Crowley´s nach seinem Tod entstanden. Bis heute streitet man sich über seine rechtmäßige  Nachfolge.  Aber der Einfluß Crowley´s läßt sich sicher nicht mit den O.T.O. Spaltgruppen allein messen. Vielmehr trifft man überall im Satanismus heute auf Spuren seines Denkens. Das gilt sowohl für den organisierten Satanismus als auch für die populär-satanistische Szene.

Eugen Grosche - der deutsche Großmeister

Die Ideen Crowley´s wurden in Deutschland vor allem vom Berliner Buchhändler Eugen Grosche (1888-1964) alias Gregor A. Gregorius  umgesetzt. Viele Grundanschauungen, sowie liturgische Texte im heutigen Satanismus stammen von diesem selbsternannten Großmeister des Okkulten.
Grosche, der sich schon früher in verschiedenen esoterischen, spiritistischen und Freimaurerlogen umgetrieben hatte, traf Crowley im Sommer 1925 in Weida, Thüringen und war von dessen Gedankengut seither schwer beeinflußt. Am 8. Mai 1926 gründete er mit vier weiteren Gesinnungsgenossen die „Fraternitas Saturni“, eine Gesellschaft die „einen seltsamen Synkretismus aus vielfältigsten Quellen: Theosophie, Freimaurerei, Luziferianismus, Astrologie, Crowleyanismus, Sexualmagie des O.T.O., indisches Yoga und mittelalterliche Alchemie“  vertritt. Das Herzstück dieser Vorstellungen ist die Annahme, daß die materielle Welt nicht durch einen Gott des Lichtes, sondern einen Demiurgen, der als Abfall einer Weseneinheit von diesem Gott des Lichtes verstanden wird, geschaffen wurde. Der Mensch ist dabei ein Mischwesen, das sich durch Erkenntnis (Gnosis) von der Materie befreien kann und sich in ein Lichtwesen zurückentwickeln kann. Der Weg dahin ist mit 33 Weihestufen verbunden. Eine wesentliche Hilfe erhält er dabei vom Lichtträger, dem Luzifer-Saturn, der nicht als Gegengott, sondern als der aus der Lichtsphäre kommende Lichtträger verstanden wird. Er ist darauf bedacht dem Menschen die befreiende Erkenntnis zu vermitteln.

Unmissverständlich identifiziert Grosche Luzifer mit der biblischen Vorstellung des Satans.  So wird die Schlange aus 1. Mose 3, die Eva versuchte, durchwegs positiv und als weiblicher Aspekt des Satans interpretiert, gab sie doch der Eva Wissen, während der biblische Gott, der hier als Demiurg verstanden wird, dieses Wissen zu verhindern suchte.
So sucht Grosche auch im rituellen Akt der Weihen die Einheit zwischen dem Lichtträger, der Wissen zu geben vermag, und dem nach Erleuchtung trachtenden Menschen zu erzielen. Eine Reihe solcher Rituale orientieren sich an der Sexualmagie Crowley´s.
Die Fraternitas Saturni ist seit ihrer Gründung ständig an Zahlen gewachsen. Eine Reihe von Logen operieren heute in Deutschland. Im Jahre 1980 spaltete sich ein Teil des Ordens ab. Die neue Organisation nennt sich Ordo Saturni und stellt sich in der Öffentlichkeit als bewußt nicht satanistisch dar. Lehrmäßig ist jedoch kaum ein Unterschied zu der Muttergesellschaft zu erkennen.    

Anton S. LaVey und Kirche des Satans

So wichtig Crowley, Grosche und andere zum Verständnis des modernen Satanismus auch sind, eine konkret satanistische Bewegung haben sie nicht gegründet. Die Gründung der ersten Kirche Satans gebührt einem Amerikaner, Anton Szandor LaVey, der sich selbst als Hohepriester der Kirche Satans versteht. Geboren am 11. April 1930  erlebte LaVey bereits in seinen Teenagerjahren eine tiefe Enttäuschung mit der christlichen Kirche. Er reiste als Karnevalarbeiter durch die Lande und sah oft, wie Christen sich während der Woche an den Lüsten des Karnevals erfreuten, nur um dann am Sonntag im gleichen Zelt Gott anzubeten. Doch schon am nächsten Samstag konnte er die gleichen Gesichter unter den sündigenden Karnevalgästen erblicken. Für ihn stand bald fest - das Christentum erzieht die Menschen zu Heuchlern. Bald verließ er für immer die Kirche.  Er schloß sich für eine kurze Zeit den Teufelsanbetern, die zum Thelema-Orden der Nachfolger Aleister Crowley gehörten, an. Doch deren Ideen schienen ihn nicht zu befriedigen.

In den 1950er Jahren versammelte LaVey in seinem Haus einen Kreis okkult interessierter Personen, die sich „Magic Circle“ nannten und in deren Mitte der Meister seine magischen Künste präsentierte. In den 1960ern wurden diese Vorlesungen und Akte in die Öffentlichkeit getragen. Und schließlich kam es zur Gründung der Satanskirche im Jahre 1966. Wichtig für das Leben der Kirche Satans ist das satanische Glaubensbekenntnis das aus 9 Grundüberzeugungen besteht:

1. Satan verkörpert Befriedigung von Begierden anstelle von Abstinenz.
2. Satan verkörpert vitale Existenz anstelle von bloßen spirituellen Träumen.
3. Satan verkörpert reine Weisheit anstelle von heuchlerischen Selbstbetrug.
4. Satan verkörpert Zuneigung zu solchen die es verdienen anstelle einer Liebe die an Undankbare verschwendet wird.
5. Satan verkörpert Rache anstelle des „auch die andere Wange Hinhaltens“.
6. Satan verkörpert Verantwortung für die Verantwortungsbewusste anstelle der Sorge für psychische Vampire.
7. Satan verkörpert den Menschen als einfach ein weiteres Tier - manchmal besser, viel     öfter aber schlechter als solche die auf allen Vieren gehen.
8. Satan verkörpert alle sogenannten Sünden, weil sie alle zur physischen, mentalen und     emotionalen Erfüllung führen.
9. Satan ist der beste Freund, den die Kirche je gehabt hat, weil er sie aktiv erhalten hat in allen diesen Jahren.

LaVey und seine Kirche gibt sich zwar sehr rationalistisch und preist die eigene Philosophie als einen Weg gegen das Establishment, sonst aber völlig im Einklang mit dem Naturgesetz,  aber die Verherrlichung der Sünde und der Gewalt läßt nur allzu leicht erkennen, woher hier der Wind weht. Es ist daher sehr bedenklich, wenn auch christliche Autoren LaVey und seine Ideen eher verharmlosen.
Die Church of Satan von LaVey stand Pate zur Gründung einer Reihe weiterer Kirchen, Synagogen und Bewegungen, die sich zur Anbetung Satans bekennen. Die herausragendste dieser Gruppen ist der Temple of Set, geleitet vom früheren Mitarbeiter LaVeys Dr. Aquino.

II. Satanismus in Deutschland heute

Das wachsende Interesse für den Satan, Schwarze Messen, und was sonst alles mit Satanismus verbunden wird, kann überall in der Welt  und Europa, ob West, Ost, Süd oder Nord beobachtet werden. Der bunte Teppich satanischer Gruppen und Bewegungen ist schwer zu greifen. Von einer organisierten und zentral gesteuerten Bewegung kann auf jeden Fall keine Rede sein. Folgende Übersicht satanistischer Gruppierungen in Deutschland ist keineswegs vollständig, da sich die Szene in ständiger Bewegung befindet. 
Eckhard Türk hat fünf Hauptströmungen des Satanismus im deutschsprachigen Raum festgemacht:

Okkulter Neo-Satanismus
Synkretistischer Jugendsatanismus
Sexualmagische Gruppen
Grufties
Künstlersatanismus
Okkulter Neo-Satanismus

Unter okkultem Neo-Satanismus versteht Türk die Wiederbelebung der konkreten Anbetung Satans, der dann auch als Widersacher Gottes verstanden wird.  Andere sprechen hier auch vom „Historischen Satanismus“.  Besonders verbreitet ist der Neo-Satanismus in den USA, aber auch in Süd-Afrika.  In Deutschland werden die Einflüsse okkulter Satanisten permanent herunter gespielt.

Synkretistischer Jugendsatanismus

Gemeint ist ein „Mix aus den verschiedensten okkult-magisch-spiritistischen Zusammenhängen“.  Satanismus selbstgemacht, bedient sich allerlei okkulter Praktiken, die oft bunt gemischt und lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt, vor allem in der alternativen Jugendszene praktiziert wird. Hier wird der Protest der Jugend gegen das vorherrschende „kirchlich-christliche“ gesellschaftliche Ideal in geheime Rituale und Botschaften gekleidet, die nur selten von den Jugendlichen selbst verstanden oder nachvollzogen werden. Aber das mysteriöse zieht an. Es wird an bestimmten Symbolen, Musikrichtung (Black- und Heavy-Metal) und Ritualen, so zum Beispiel Tier- und Menschenopfer festgemacht. Haack spricht hier mit Recht vom „ambulanten oder latenten Satanismus“.

Meist öffnen irgendwelche klassischen Methoden der Geisteranrufung wie Gläserrücken oder Pendeln den Jugendlichen die Tür in die geheimnisumwitterte übernatürliche Welt des Satanismus.   Auch gewisse Subkulturen der Jugendszene stellen eine Ausgangsbasis für satanistische Experimente dar. Allen voran müssen hier die Grufties erwähnt werden, die an sich nicht zum Satanismus gerechnet werden dürfen, wenigstens nicht zum harten Kern. Aber der Protest gegen gesellschaftliches Angepasstsein wird hier bewußt mit einer Symbolik und Verhaltensweise zum Ausdruck gebracht, das okkult-satanischen Hintergrund verrät. 

Sexualmagische Gruppen

Als solche gelten alle auf Crowley, Grosche und andere zurückgehenden Gruppen, Logen und Bewegungen, wie die weiter unten diskutierten O.T.O, Fraternitas Saturni und Ordo Saturni und der 1972 in Berlin von Michael D. Eschner (geb. 1949), der sich als Inkarnation Aleister Crowley´s ausgibt, gegründeter Thelema Orden. 

 

Künstlersatanismus

Satanistisches Gedankengut findet heute eine schnelle Verbreitung. Schuld daran haben weniger die sich zum Satanismus direkt bekennenden Gruppen, sondern eine von teuflischer Faszination getragene Kultur, vor allem in Film und Musik. Okkultes, esoterisches und ausgesprochen satanistisches Gedankengut gehört mittlerweile nahezu zu jeder Produktion Hollywoods und anderer westlicher Filmstudios.
Besonders im Jugendspiritismus und -satanismus stellt diese Kultur einen besonderen Einstiegpool für den Jugendlichen dar.

III. Warum wird man Satanist?


Machtdurst

Warum werden Menschen Satanisten? Was bewegt sie sich in satanistisches Fahrwasser zu begeben? Was zieht sie im Satanismus an?
Eckhard Türk glaubt, daß der angehende Satanist sich vor allem vom Verlangen nach Macht treiben läßt,  daß sich in rebellischer Haltung gegenüber der vorherrschenden Gesellschaft und ihrer Moral, aber auch im Erlebnisdefizit äußert. Der Satanismus scheint auf eine schnelle Art und Weise ein totales Ausleben seiner Selbst zu ermöglichen, wobei nahezu alle Tabus fallen. Das gilt vor allem für den Bereich der Sexualität.
Immer wieder begegne ich Menschen, die sich mit dem Satanismus eingelassen haben, weil sie darin eine Quelle erblicken, schnell zu Bereicherung zu kommen. „Satan gibt mir halt alles“, dieser Satz ist Standart. Dann folgen Geschichten wie man zu Geld, zu Sex, zu Macht kommt. „Bei Gott da gibt es Bedingungen, bei Satan ist alles Gratis“, sagte mir ein Junger Mann, der seit Jahren in der Szene ist. „Wer will da nicht einem Herrn gehören, der einfach nur will, was ich will?“

Nicht selten läßt man sich auch auf satanistische Experimente ein, weil man Rache üben will. Das ist besonders in der Gruppe von Menschen der Fall die selbst Leid zu ertragen hatten, oft missbraucht wurden und sich selbst nicht anders wehren können, als nur über die mystische Schiene. So werden dann schnell Opfer zu Tätern.

Wissensdurst

Ein anderes Motiv stellt das natürliche Verlangen des Menschen nach mehr Wissen dar. Wissen ist bekanntlich auch Macht. Und besonders schwerzugängliches, geheimes Wissen schafft schnell das Gefühl der Superiorität. Wenn dieses Wissen dann noch Themen abdeckt, die sich alle im Bereich des Übersinnlichen, Übernatürlichen befinden, dann glaubt der Wissende eine besonders hervorgehobene Lage gefunden zu haben. Das wenigstens ist das Fazit der heute in den Medien dargestellten Okkult-Möglichkeiten. Und sie machen neugierig.  Und nicht selten verspricht dieses neugewonnene Wissen Probleme zu lösen, die sonst nicht zu lösen wären. Gerade im Westen mit seiner technisierten Zivilisation, stehen besonders junge Leute oft vor dem totalen Verlust der Geborgenheit, einer dadurch ausgelösten Angst vor der unsicheren Zukunft. Das Leben erscheint auf einmal völlig sinnlos. Okkultes Wissen scheint in dieser Sackgasse der Existenz eine willkommene Rettung zu bieten.

Ein gutes Beispiel hierfür bietet der Fall Sandro Beyer, der im Mai 1993 in seiner thüringischen Heimatstadt Sondershausen von drei Jugendlichen, die sich selbst „Kinder Satans“ nannten, umgebracht wurde. Wie die Journalisten Guido und Michael Grandt in ihrer Dokumentation anschaulich beweisen,  stand dieser Mord in direktem Zusammenhang mit den satanistischen Glaubensvorstellungen der Jugendlichen, die sich im Laufe der Jahre aus der Beschäftigung mit okkulten Praktiken formierten. Der Ortspfarrer von Sondershausen, der sich mit den Jugendlichen in seiner Stadt intensiv beschäftigte erzählt: „Damals waren sie Schüler der 6. Klasse. In diesen Jahren hat bei ihnen eine immer intensiver werdende Beschäftigung mit satanischer Literatur, satanischer Musik und satanischen Videos stattgefunden ... Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Wende im Jahr 1989. Sie erleichterte den Zugang zu den Erzeugnissen dieser satanischer Subkultur. So tauchten in Sondershausen dann nach und nach satanische Symbole auf. Jugendliche trugen das Pentagramm oder das umgedrehte Kreuz (Nerokreuz), und oft wußten sie gar nicht um ihre Bedeutung. Geheimnisvolle Treffs auf Friedhöfen und Schwarze Messen folgten.“  Das Resultat dieser Beschäftigung war schrecklich - ein junger Mann mußte sterben.

Auf der Suche nach Geborgenheit

Der Fall von B. steht für viele andere. Ich lernte ihn am Rande einer evangelistischen Woche kennen. Das einzige Kind reicher Geschäftsleute, sah er sich von kleinauf mit Einsamkeit und Sinnlosigkeit konfrontiert. Freunde hatte er keine. Auch in der Schule nicht. Wenn es Menschen gab, die B. verstanden, so immer nur für eine kurze Weile. Oft dachte der Jugendliche über einen Ausstieg aus dem Leben. Wenn er bloß nicht so feige gewesen wäre ... Da tauchte auf einmal in seiner Schule M., ein sehr vitales und lebensfrohes und merkwürdig schwarz gekleidete Mädchen auf. Irgendwie hatte sie es auf B. abgesehen. Sie verbrachten immer mehr Zeit zusammen. B. fühlte sich von ihr verstanden, auch wenn er nur wenig aus ihren vertraulichen Mitteilungen über die Powerquellen, kosmischen Energien, etc. verstand. Dann eines Tages folgte die Einladung zu ein „paar Freunden“. Der Weg in den engeren Kreis der Satanisten begann. Satanistische Vorstellungen machten für B. wenig Sinn, aber die enge Gemeinschaft mit den anderen füllte einen Vakuum. Sein Leben schien auf einmal wieder Sinn zu machen und da lohnte es sich auf jeden Fall die Schattenseiten des Geheimkultes in Kauf zu nehmen. Aber Satanismus hinterließ auch bei B. bald dunkle Spuren. Er bekam Angst und landete auf unseren Evangelisation, wo wir dem jungen Mann helfen konnten. 

Werner Küching von der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Essen hat Recht, wenn er feststellt, daß Jugendliche dann zu den Mitteln der Magie greifen „ ... wenn man sich mit üblichen Mitteln nicht mehr in der Lage glaubt, seines Lebens Herr zu werden. Die Jugendlichen leben in einer für sie unsicheren Zeit und versprechen sich durch diese Kulte Macht und Sicherheit.“

Klassisch ist auch der Fall von Frau G. Ich lernte sie anläßlich einer Evangelisation in Westdeutschland kennen. Wie sie mir berichtete, hatte sie seit ihrer Kindheit ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter. Zu allem Unglück hatte sie sich noch kurz vor dem Tod der Mutter mit dieser schwer gestritten und dann nicht mehr versöhnt. Die Mutter verstarb und zurück blieben schwere Gewissensbisse, die schlussendlich zur Depression führten. In ihrer Not wandte sie sich an Ärzte, aber nichts schien zu helfen. Da hörte sie eines Tages von einer Bekannten, daß man ihr ja auch ein Treffen mit der verstorbenen Mutter arrangieren könne. Die Frau griff zu, erhielt dann auch eine vom entsprechenden Medium vermittelte Begegnung mit der Materialisation ihrer angeblichen Mutter, sprach sich aus, und ... war seither vom Spiritismus fasziniert. Es dauerte nicht lang und der Weg in den Dschungel des Satanismus begann. Nicht selten wird so und ähnlich das Interesse an okkulten Inhalten in der Schule und im Freundeskreis geweckt.

Das in Deutschland am weitesten bekanntgewordene Beispiel ist das der Ricarda S.  Auch hier ist der Einstieg in den Satanismus durch die Sehnsucht nach Geborgenheit verursacht. Auch hier sind das die scheinbar harmlosen okkulte Spielchen, die das Interesse wecken und schließlich eine enorme Steigerung des gestörten Selbstwertgefühls verursachen, auch wenn dieses Gefühl von einer grenzenlosen Angst begleitet wird. Doch die Sehnsucht danach verstanden und angenommen zu werden überwiegt. Das Ergebnis ist schrecklich.

Auf der Suche nach Identität

Wo Kindern Geborgenheit verweigert wird, ob bewußt oder unbewußt, da sind Zweifel an den eigenen Fähigkeiten vorprogrammiert. Folgerichtig stecken viele, wenn nicht die meisten Satanismus-Einsteiger in Identitätskrisen.  Unfähig selbst Entscheidungen fürs Leben zu treffen und entsprechende Ziele zu setzen, greifen sie zu „höheren Kräften“, wobei Satan als das mächtigste Symbol für diese Kräfte steht.
Wie wichtig die Identitätsfindung für den Prozeß der Okkultisierung der postmodernen Gesellschaften ist, kann vor allem im nachkommunistischen Osteuropa studiert werden. Gerade hier gewinnen die skurrilsten Kulte ihre Anhänger am leichtesten. Das durch den Zusammenbruch der kommunistischen Weltanschauung entstandene Vakuum wird rapide mit okkulten Inhalten gefüllt, weil man jedem rationalistisch anmutendem System mit großer Skepsis begegnet. 

Der Zusammenbruch der marxistischen Ideologie im Osten mit allen seinen Folgen kann im Westen nur mit dem massenhaften Misstrauen der Menschen den Kirchen gegenüber verglichen werden. Westeuropa lebt in einer nachchristlichen Zeit. Menschen jedes Alters, vor allem aber Jugendliche, verlassen die Kirche und das damit verbundene Christentum, weil sie von hier keinerlei Antworten auf ihre existenziellen Fragen und Bedürfnisse mehr erwarten. Sie suchen diese vielfach ausserhalb ihrer natürlichen Möglichkeiten. Die offizielle Kirche hat aber wenig bis gar nichts an solchen Möglichkeiten anzubieten. Jugendliche drücken das oft unverhüllt offen aus: „Beim Tischerücken kriege ich Antworten - beim Beten keine.“

Hans-Jürgen Ruppert hat Recht, wenn er den Kirchen „eine gewisse Mitschuld“ gibt an der Flucht der Jugendlichen in die Welt des Okkulten.  Anschaulich berichtet Ricarda S. von der völligen Hilflosigkeit der Pfarrer als sie sich ihnen mit ihrem Problem stellte. Sie versuchte einen dieser Pfarrer gar mit einer Pistole dazu zu zwingen Ihr zu helfen. Vergeblich. Wen wundert es, wenn die junge Frau auch nach ihrem Ausbruch aus dem satanistischen Kult, keinen Zugang zur Kirche findet.
Die Identitätskrise, die die Menschen in die Fangarme des Satanismus treibt, ist auch und vor allem eine Glaubenskrise. Harald Baer, der Referent für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Katholischen Sozialethischen Beratungsstelle in Hamm folgert daher mit Recht: „Die Okkultexplosion ist ein Protestphänomen gegen ein erstarrtes Christentum.“

Abenteuer- und Sensationslust

Zu diesen eher „vernünftigen“ Motiven mischen sich eine Reihe von typischen zeitbedingten Erscheinungen. Wir leben in einer Welt, die unterhalten werden möchte. Sensation, Spannung, Geheimnis, Grusel am Laufband - das sind doch die Elemente aus denen die heutige Unterhaltungsindustrie ihre Produkte strickt. Was ist schon ein Film ohne Mord, ohne Horror, ohne Nervenkitzel? „Fließt da auch genug Blut?“ fragte mich neulich ein Jugendlicher dem ich einen Film empfahl. Wenn nicht, dann lohnt es sich kaum so viel Zeit zu verschwenden. Was aber wenn aber Krimi- und Horrorstreifen nicht mehr „anzutörnen“ vermögen? Wo holt man dann den gewohnten Nervenkitzel her? Bietet da die geheimnisvolle Welt des Übernatürlichen nicht in der Tat eine Lösung? Hat nicht gerade der okkulte Nervenkitzel Schauder zu bieten, der unter die Haut geht? Spannung, Unterhaltung, Mutproben und dann immer wieder Erfahrung, die nirgendwo zu kaufen geht. Eigene Erfahrung. Selbst konsumiert. Auch wenn dabei die Folgen nicht zu übersehen sind. Was macht es schon aus - gerade die Unberechenbarkeit des Okkulten macht den eigentlichen Reiz aus.

Die alte Frage nach Gott

 Warum werden also Menschen Satanisten? Was motiviert sie dazu?
Harald Wiesendanger fasst seine gut fundierten Ausführungen dazu wie folgt zusammen: „Wieso ein Jugendlicher überhaupt für Okkultismus ´anfällig´ werden kann, ähnelt insofern der Frage, wieso einer der Durst hat, Wasser trinkt. Bestimmt hat´s ihm schon jemand vorgemacht, vielleicht sucht er darin Ersatz für eine andere Flüssigkeit, womöglich fasziniert ihn auch dieses durchsichtige kühle Nass. Doch in erster Linie trinkt er Wasser, weil er aus Erfahrung weiß, daß es den Durst löscht. Was einen Großteil der Jugendlichen in den Okkultismus treibt, ist Wissensdurst: Gibt es übersinnliche Kräfte und Mächte in und über mir? Kann ich sie beeinflussen? Kontrollieren? Nutzen?“ 
In den Amtskirchen erhalten sie, wie übrigens auch viele Erwachsenen auf diese Fragen nur selten eine Antwort. Man spricht hier zwar über den Geist Gottes, behauptet sogar aus dem Geist zu sprechen, aber wie und was dieser Geist darstellt, darauf hat man nur sehr komplizierte theologische Formeln, die von den Menschen auf der Strasse nicht verstanden werden. Die einfachen Vorstellungen der Vertreter satanischer Kulte dagegen sind leicht zu verstehen. Und wenn sie dann noch funktionieren, dann ist die Verführung perfekt.

IV. Verführer haben viele Gesichter

Wie werden Menschen Satanisten? Was sind die Einfallstore des Satans in das Leben der Menschen im einst so christlichen Europa? Eine einfache Antwort ist hier sicher fehl am Platz. Und doch machen die Motive der Einsteiger, wie wir sie oben besprochen haben, deutlich, daß Satanismus nur deshalb eine so schnelle Verbreitung findet, weil die Menschen auf der einen Seite ihre religiösen Sehnsüchte in der Familie und Kirche nicht gestillt bekommen. Wenigstens glauben sie das. Satanisten dagegen versprechen Taten, Action. Das ist es auch, was besonders jungen Leute am Ende den Einstieg in den Dunstkreis des Satanismus ermöglicht. Ricarda S. beschreibt ihre Erfahrungen mit Worten: „Die Meute hing mir an den Lippen, und die kriegten große Kinderaugen, wenn ich ihnen von den schwarzen Messen erzählte, was da alles passierte und schon passiert war. Wie Tische durch die Luft geflogen waren, das manchmal Blut aus der Wand lief und ER selbst unzweifelhaft anwesend gewesen war. Ich schmückte meine Erzählungen immer ein bisschen aus, und wenn ich wirklich gut war, wußte ich selbst nicht mehr genau, was tatsächlich passiert war und was dabei nur Ausschmückung war. Die Hauptsache war doch, die Meute war fasziniert, und man motivierte sie für die Dienste an SATAN.“ 
An welchen Lippen hängen nun die Menschen in Europa? Wer sind die Verführer und welche Kanäle benutzen sie?

Satanistische Kultur als Motivationsfaktor

Satanistisches Gedankengut findet heute eine schnelle Verbreitung. Schuld daran haben weniger die sich zum Satanismus direkt bekennenden Gruppen, sondern eine von teuflischer Faszination getragene Kultur, vor allem in Film und Musik. Okkultes, esoterisches und ausgesprochen satanistisches Gedankengut gehört mittlerweile nahezu zu jeder Produktion Hollywoods und anderer westlicher Filmstudios. Filme wie Ingmar Bergmanns Das Teufelsauge (1960), Roman Polanskis Rosemarys Baby (1968), Ken Russels Der Teufel (1970), William Friedkins Der Exorzist (1973), Richard Donners Das Omen (1976), Kenneth Angers Angel Heart (1986) und andere.
Sicherlich ist nicht jeder Filmregisseur der satanistische Motive aufnimmt, Satanist. Ähnlich wie in der darstellenden Kunst, wird hier versucht das Prinzip des Bösen oder auch Rebellischen künstlerisch umzusetzen und findet im Satan das dafür am besten geeignete Symbol. Aber diese Darstellungen werden in der sonst so magisch-empfänglichen populären Kultur nicht immer intellektuell ausgedeutet, sondern konkret in den Erfahrungshorizont übertragen. So wird aus der Besinnung, magisches Experiment und aus der Kunst - Religion.

Andere, allen voran Roman Polanski suchten mit ihrem Film bewußt satanistische Inhalte zu vermitteln. In Polanski´s Film Rosemary´s Baby spielte die Rolle des Satans nicht von ungefähr Anton LaVey selbst. Und die Gründung der Satanskirche am 30.04.1966 fiel auf den gleichen Monat in dem Polanski und Sharon Tate (spielte Rosemary) sich liierten. Ein Jahr später wurde Tate Opfer eines satanistischen Ritualmordes. Polanski´s Film verhalf dem Satanismus zur weltweiten Publizität.

Auch Kenneth Anger, der seit seiner Jugend ein Schüler Aleister Crowley´s ist, vermittelt mit seinen Filmen ganz bewußt satanistische Inhalte.
Die herausragende Bedeutung der Massenmedien für die Verbreitung okkulter und satanischer Vorstellungen ist seit Jahren bekannt. Schon 1988 wies das Landespresse- und Informationsamt der Landesregierung in Nordrhein-Westfallen darauf hin, daß die okkulte Medienschwemme vor allem für die wachsenden Probleme im Bereich des Jugendspiritismus verantwortlich gemacht werden muß.  Nach Kultusminister Schwier scheuen einschlägige Verlage „weder Mittel noch Geld, um einen bedrohlichen Kampf gegen die Vernunft zu führen.“

Die Warnungen des Ministers, so scheint es nach mehr als zehn Jahren, verhallten ungehört. Mehr denn je zuvor konzentrieren sich die Massenmedien heute auf mystische, okkulte, ja gar direkt satanische Inhalte.

Nicht direkt satanisch, aber auf jeden Fall als ein wichtiges Vorzimmer für satanistische Lust an Grausamkeit stellen die Horrorfilme dar. Die in diesen Filmen gezeigte Bestialität senkt die Verachtung des Menschen vor Mord und Lust am Mord und gaukelt dem Zuschauer einen über jede Kreatur erhabenen Menschentypen vor, der sich zum Herren über Leben und Tod erhebt. In der Regel fließt neben viel Blut in solchen Filmen auch eine unendliche Kette von übersinnlichen Ereignissen, die die abscheulichsten Verwandlungen von Personen und Tieren in Monster und Drachen der übelsten Art ermöglicht. Dieses Gemisch von Blut, Angst und Okkultismus macht heute etwa 20% aller im Handel und Verleih verfügbaren Videos aus.  Der Zusammenhang zwischen rituellem Missbrauch im Satanismus und der Horrorfilmindustrie liegt auf der Hand.

Mehr als nur Teenie-Spaß

Eine herausragende Rolle bei der Verbreitung satanistischer Inhalte unter Jugendlichen spielen die Jugendzeitschriften wie „Bravo“, „Mädchen“, „Bravo Girl“, „Coupe“ und andere. Seit Mitte Achtziger führen diese Zeitschriften eine regelrechte okkulte Aufklärung der Jugendlichen durch. So stellte die Zeitschrift „Mädchen“ in ihrer November 1986 dreizehn Okkultpraktiken vor. Und „Bravo“ versorgte ihre jungen Leser mit Themen wie „So empfangt ihr Botschaften aus dem Jenseits - Tischerücken“; „Das Pendel sagt die Wahrheit“; „Blitzkurs im Kartenlegen - Blickt in eure Zukunft.“ Als besonders raffinierte Masche erwiesen sich die hier veröffentlichten Foto-Love-Storys, obskure Pseudoreportagen, die aus dem Leben und der Praxis der Hexen, Kartenleger und sonstigen okkulten Praktikern berichten. Welche verheerende Wirkung solche Veröffentlichungen auf ihre jungen Leser haben, dokumentieren die Journalisten Grandt anschaulich. Immer wieder erlebe auch ich im Gespräch mit Jugendlichen, daß sie Ihr Interesse für okkulte Phänomene der Lektüre solcher Veröffentlichungen verdanken.

Warum ziehen solche Darstellungen die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf sich? Es ist die Faszination des Übernatürlichen, des erfahrbaren Übernatürlichen, die hier am Werke ist. Weitergegeben wird sie nicht zuletzt von solchen Lebenserinnerungen, wie sie in den Zeitschriften veröffentlicht werden, auch dann wenn diese Veröffentlichungen auf authentische Erfahrungen zurückgreifen, wie es am Beispiel der Aussteigerin Ricarda S. deutlich wird. Man brauch nur einmal die Internetseiten konsultieren, um zusehen, wie hoch solche Berichte von den Satanisten gehandelt werden.

Rock my soul in die Hände Satans

Ähnliches muß auch von der seit den 60er Jahren die Jugendkultur dominierende Rockmusik gesagt werden. Hier waren es vor allem Mick Jagger und seine Rolling Stones, die beeinflußt von Kenneth Anger, 1967 mit dem Titel „Their Satanic Majestic Request“ und dem späteren „Sympathy for the Devil“ eine fatale Entwicklung anstießen. Viele Konzerte, vor allem im Bereich der Hardrocks sind seither zu okkulten und satanischen Happenings degradiert worden. Eigene Musikrichtungen, wie Black-, Trash-, und Death-Metal entwickelten sich. Musiker und Gruppen wie Black Sabbath, Black Widow, Ozzy Osborne, Living Death, Slayer,  AC/DC,  Demon Eyes, Iron Maiden, Alice Cooper, Venom und andere haben eine eigene okkult-satanische Kultur geschaffen, die heute kaum wegzudenken ist. 

Nicht immer sind die satanistischen Musiker auch wirklich Satanisten, wie das am Beispiel von den Musikern der Black-Metal Gruppe Slayer deutlich wird. Bob Larson berichtet von einer Konzerttournee der Gruppe durch Deutschland, die er als christlicher Journalist begleitete. Dabei fiel ihm die tiefe Kluft zwischen den dämonischgeladenen Konzerten und dem konzertfreien Alltag der Gruppe auf.  Slayer-Musiker seien keine Satanisten, stellte der Journalist am Ende der Tournee fest. Die satanischen Inhalte ihrer Lieder ist für sie nur eine Antwort auf ein entsprechendes Interesse der Jugend heute und somit ein Weg gutes Geld zu verdienen. Klingt harmlos, die Folgen bei den so bedienten Jugendlichen, sind jedoch nicht zu übersehen.

Bob Larson führt in seinem Buch Fälle von Jugendlichen an, die gerade über Slayer zur bewussten Satansverehrung gekommen sind.

Oft verstehen sich die jeweiligen Musiker auch als Missionare einer bestimmten Satanismus-Richtung wie folgendes Zitat eines Venom-Mitglieds anschaulich beweist. Auf die Frage, warum sie sich ein Satans-Image geben, antwortete er: „Unsere Texte sind vor allem beeinflußt durch ein Buch von Anton LaVey. Er gründete in Amerika die ´Church of Satan´ und das Buch heißt „In a Satanic Bible´  Dieses Buch ist mit Recht die Bibel des Satanismus. Wir verwenden keine Zitate aus diesem Buch, aber wir werden davon stark beeinflußt.“ 
Besonders im Jugendspiritismus und -satanismus stellt diese Kultur einen besonderen Einstiegpool für den Jugendlichen dar. 

Erzieher als Verführer

In seiner bereits oben erwähnten Presseerklärung warnte Minister Schwier die Lehrer in den Schulen davor, ihre Zöglinge leichtfertig mit okkulten Inhalten zu konfrontieren. Der Verdacht des Ministers war keineswegs aus der Luft gegriffen. Im Oktober 1987 berichtete Der Spiegel von einem spiritistischen Kreis im Raum Bielefeld, der nur aus Pädagogen bestand. Im gleichen Zeitraum kam es zu einer direkten Konfrontation zwischen eine Reihe von Eltern und einem Religionslehrer im Gymnasium Oerlinghausen, in der Nähe Bielefelds, weil diese die Schüler im Unterricht zum Pendeln und anderen okkulten Praktiken anleitete. Als Pastor einer evangelischen Freikirche in der Gegend war ich damals unmittelbar in die Ereignisse involviert. Auch aus anderen Orten wurden ähnliche Vorkommen bekannt. 

Ein Spiel mit dem Feuer

Als eine der stärksten Verführungsmechanismen unter Jugendlichen erweisen sich heute die Fantasy-Rollenspiele, die seit der Amerikaner Gary Gygax Anfang der Siebziger Jahre das Prinzip erfand, heute den Spielemarkt überall in der westlichen Welt beherrschen. „Dungeons and Dragons“, ein Phantasiespiel für 2-6 Personen, daß die Teilnehmer durch eine Reihe von mystischen Erfahrungen leitet und dabei eine breite Palette okkulter Praktiken ganz nebenbei vorstellt, ist seit seiner Erscheinung im Frühjahr 1974 immer noch ein Hit unter den Jugendlichen.  Und vor allem unter den Jugendlichen, wie entsprechende Studien in der Bundesrepublik Deutschland beweisen.
Gerade diese Altersgruppe vermag noch nicht immer zwischen der Wirklichkeit und der Fantasy-Welt zu unterscheiden. Die übernommene Rolle wird hier immer wieder in der realen Welt weitergelebt. Bob Larson zitiert einen der vielen Jugendlichen, der seine Erfahrungen auf den Punkt bringt: „Es bereitete mir geradezu ein sadistisches Vergnügen, meine Gegner zu töten. Wenn mich eine böse Gestalt bedrohte, behandelte ich sie unbewußt so, wie mich einer dieser Yuppies in der Schule fertiggemacht hatte. Ich benutzte das Spiel, um meine wirklichen Probleme in der Fantasie zu lösen. In dieser Welt hatte ich die Möglichkeiten, die Ereignisse zu beeinflussen.“

Der Versuch Fantasy-Rollenspiele solcher Machart als harmlose Freizeitbeschäftigung für Jung und Alt darzustellen muß entschieden zurückgewiesen werden. Gygax warnt die Spieler: „Die Beschwörungs- und Zauberformeln sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Spiels. Sie müssen unbedingt laut gesprochen werden.“ Er rät sie daher auswendig zu lernen.  In der Tat „D & D läßt sich nur dann mit Erfolg spielen, wenn man den Spielern erlaubt, Gewalt und Magie anzuwenden.“ 

Fantasy-Rollenspiele führen den Spieler in eine Faszination des Okkulten ein, stellen ohne weiterer Erklärung okkulte Praktiken vor und zwingen die Teilnehmer in ihrer Fantasie zum Mitmachen. Die scheinbar harmlosen Begegnungen mit Dämonen entpupen sich jedoch bald als Realitäten und das magische Instrumentarium als willkommenes Instrument sich solcher Kräfte auch in der Realität zu bedienen. Der Einstieg in eine Beziehung mit satanischen Mächten beginnt.

Neben den Fantasyspielen werden seit längerem auch direkt spiritistische Utensilien in Form von Spiel vermarktet. Das Ouija-Board ist dafür ein klassisches Beispiel. Aufgebaut auf dem Prinzip des Gläserrückens, werden hier Geister herausgerufen und zu verschiedenen Themen befragt. Gerade über das Gläserrücken kommen heute viele Jugendlichen in den Dunstkreis des Satanismus.

V. Ein Vertrag mit dem Satan


Nicht jeder Mensch, der sich mit okkulten Inhalten auseinandersetzt, ja gar Okkultismus praktiziert wird notwendigerweise zum Satanisten. Aber jeder der Satanist wird beschäftigt sich auch mit okkulten Praktiken. Was ist nun der Weg von bloßer Neugier zur Mitgliedschaft in schwarzen Kultgemeinschaften? Vereinfacht kann hierfür die berühmte Formel Marilyn Fergusons, der amerikanischen New-Age Prophetin angewandt werden. Die Einweihung geschieht, nach Ferguson, nach einem Vier-Stufen-Plan. Die einzelnen Stufen werden als

EINSTIEG,
ERFORSCHUNG,
INTEGRATION,
VERSCHWÖRUNG

bezeichnet. Es ist eine Art Selbstheilungs- oder Selbsterlösungsweg. Ferguson schreibt dazu: "Während der transformativen Entwicklung werden wir zu den Künstlern unseres eigenen Lebens". Mit der vierten Stufe hat der Mensch dann die "Vollendung", oder auch die totale "Selbstverwirklichung" erreicht. Er wird durchströmt vom neuen, nie vorher gekannten Bewußtsein  und Fähigkeit. Nach dem Willen der New-Age Propheten hat er nun seine "Göttlichkeit" wieder erreicht.

Hier schließt sich der Kreis um die alte Lüge der Schlange im Paradies, mit der sie Eva und Adam erfolgreich zu Fall brachte. Auch die Schlange hatte behauptet: "Ihr werdet sein wie Gott"(1.Mo.3,15).
Der Weg der Transformation ist daher ein schlau ausgeklüngelter Weg der Versuchung, der seine verführerische Schlagkraft bereits unzählige Male bewiesen hat. Ihn zu kennen, bedeutet die Gefahr rechtzeitig zu erkennen und somit fähig zu werden sich dagegen wehren.

Der sanfte Einstieg in die Hölle

In den seltensten Fällen beginnen Menschen ihre satanistische Karriere als Kinder von Satanisten. Natürlich gibt es diese Fälle auch, aber heute gilt immer noch, daß die große Mehrheit der praktizierenden Satanisten zum Satanismus konvertieren, sprich aus der grauen Masse der „Meute“, wie Ricarda S. sie nennt, dazugewonnen werden. Über Wege und Mittel der Verführung wurde bereits gesprochen.  Nicht selten sind die ersten Erfahrungen eher harmlos. Wer aber dann Interesse an mehr Nervenkitzel zeigt, gerät bald in die geschickten Hände der Verführer und der Weg nach unten beginnt.

Mit gesteigerten Interesse zum Sinneswandel

Was mit Gläserrücken beginnt, weckt schnell Lust auf mehr. Wer einmal die übersinnlichen Kräfte gespürt hat, der wird ständig versucht sein, sie besser beherrschen zu können. Wer einmal mit dem Jenseits Kontakt hatte, hat einen Spalt im Fenster geöffnet, der immer weiter wird. So und ähnlich beschreiben Menschen, die sich mit okkulten Phänomenen beschäftigen, ihre Erfahrungen. „Ich hatte immer wahnsinnige Angst vor den Begegnungen mit den Geistern, aber es ist wie eine Sucht“, sagte mir eine praktizierende Magierin, „je mehr du die von dort kennst, desto stärker wird der Zug.“ Und informieren kann man sich heute an jeder Ecke. Ein Meer an okkulter und spiritistischer Literatur ist bereits offen zugänglich. Das Internet bringt durch einen Mausklick detallierte Anleitungen in die Einsamkeit der Wohnstuben. Viele der hier beschriebenen satanischen Gruppierungen sind offiziell registrierte religiöse Vereine, die offen und ungeschminkt ihre düstere Propaganda verbreiten dürfen. Interessierte Leute haben schnell Kontakt gefunden. Und der Weg nach unten setzt sich fort.

Jetzt gehörst Du zu uns

Okkulte Erfahrungen, intensiver Austausch über satanische Verehrung, ermächtigt noch niemand zur Mitgliedschaft in einer satanistischen Gruppe. Im Fall Sandro Beyer handelte es sich offensichtlich um einen okkult interessierte jungen Mann, der jedoch keinen Zugang in die Gruppe fand. Je „satanistischer“ eine Gruppe, je mörderischer die Rituale, desto schwieriger der Zugang. Das bestätigen alle Berichte. In der Regel gelangt man nicht gleich auf eine schwarze Messe, sondern wird über eine Reihe von Erfahrungen dahin geführt. Erst wenn das Vertrauen hergestellt ist, gelangt man in den inneren Kreis der Gruppe. Die Aufklärungsjournalisten Guido und Michael Grandt weisen ausdrücklich darauf hin, daß der Zugang zu den inneren Zirkeln des satanistischen Treibens sehr schwer ist und nur über Vertrauen gelingt.  Ist aber ein solches Vertrauen aufgebaut, so beginnt der Weg nach innen, der über Satansweihen, verbunden mit rituellem Missbrauch, Altarsex, bis hin zum Blutvertrag mit Satan geht.

Vertrag mit dem Satan

Im Gespräch mit Menschen, die sich auf satanistische Rituale eingelassen haben, fällt mir seit einigen Jahren auf, daß diese Menschen eine Art Vertrag mit dem Teufel geschlossen haben, der ihnen den Einstieg in den Satanismus ermöglicht. Auch wenn die Vertragstexte in den Wortformulierungen variieren mögen, ihr Inhalt orientiert sich meist an aus dem Mittelalter stammenden Teufelspakten, wie die Haacks mit Recht bemerken. Folgende Grundmerkmale sind charakteristisch:

Der Vertrag wird mit eigenem Blut geschrieben, oder wenigstens unterschrieben.
Der Vertrag sieht vor, daß man Christus und seiner christlichen Kirche abschwört und sich bewußt von den sakramentalen Handlungen der Kirche, so z.B. der Taufe, lossagt.
Der Unterzeichnende verspricht dem Satan blinden Gehorsam, wobei dieses Versprechen oft mit konkreten Verpflichtungen satanische Sabbate und Schwarze Messen zu besuchen, Opfergaben dem Satans zu bringen und anderes mehr, verbunden ist. In einigen dieser Verträge findet sich gar das Versprechen, jeden Monat ein Kind dem Satan zu opfern.
Der Unterzeichnende verpflichtet sich so viele wie möglich Menschen dem Satansdienst zu zuführen.
Als Zeichen der Unterordnung bringen Satans Vertragspartner gewisse Symbole an ihrem Körper an, an Augenlidern, in den Achselhöhlen, auf den Lippen, den Schultern oder auf dem Gesäß und bei den Frauen auf den Brüsten und den Schamlippen.
Verträge dieser Art müssen sowohl in der Seelsorge als auch generell sehr ernst genommen werden, weil sie gegebenenfalls, besonders unter Einwirkung von Drogen und Alkohol zu Verbrechen führen können.

VI. Was glauben Satanisten?

 

Dogmatischer Anarchismus als Prinzip

Was glauben Satanisten? Eine Antwort auf diese Frage würde Bücher füllen, da gemeinsame Glaubensvorstellungen dem Satanismus, der sich prinzipiell individualistisch und ikonoklastisch gibt, fremd sind. Im Satanismus herrscht in der Tat so etwas wie ein dogmatischer Anarchismus, der sich nicht zuletzt aus Crowleys Gesetz des Teleme ergibt. Nur sehr wenige Ansichten der Satanisten können als Allgemeingut der meisten Vertreter des Teufelskults gelten. Andere Ansichten, die von führenden Satanisten wie LaVey und Manson vertreten werden, sind zwar nicht allgemein akzeptiert, finden aber große Verbreitung. Um diese wenigen Grundsätze soll es nun hier gehen.

Ein Buch der Offenbarung gibt es nicht

Das Christentum so wie andere Weltreligionen sind Schriftreligionen, d.h. sie bauen ihre Vorstellungen auf einem Text, der als autoritative Basis allen Glaubens gesehen wird. Nicht so im Satanismus. Mit der Ablehnung Gottes als letztgültigen Autorität, lehnen sie auch jede Offenbarung ab, die eine solche Autorität beansprucht. Das gilt nicht nur im Bezug auf die Heilige Schrift, sondern auch im Bezug auf die von LaVey verfasste Satanische Bibel  oder den in satanistischen Kreisen so verbreiteten Schriften Crowleys.
Die Satanische Bibel wurde, ähnlich der in Rußland von J. Jaroslavskij verfassten Bibel für Gläubige und Ungläubige, vor allem geschrieben, um sich über das Christentum und seine Glaubensvorstellungen lustig zu machen. Erst an zweiter Stelle bietet die Satanische Bibel Grundlagen zum Glauben und Leben eines Satanisten. Diese finden allesamt in der Förderung der Eigeninteressen des Einzelnen ihre Zuspitzung. Crowley´s Grundgesetz wird hier in aller Schärfe angewandt. Wollte also jemand die Anweisung der Satansbibel ernstnehmen und danach leben, so mußte er bald die Autorität dessen, was dieses Buch besagt, in Frage stellen und sich gegen diese und jede andere Autorität erheben.

Gott ist ...

Wer jede Offenbarung ablehnt, wer so anarchistisch denkt, kann sich natürlich auch kein Absolut vorstellen. Auch wenn die satanistischen Gottesverständnisse sehr unterschiedlich ausfallen, so scheinen sich doch vier Grundtendenzen deutlich abzuzeichnen.

1. Es gibt keinen Gott. Burton H. Wolfe schreibt: „Es gibt keinen Gott. Es gibt keine absolute, allmächtige Gottheit im Himmel die sich da um die Geschicke der Menschen kümmert. Da oben gibt es niemand der dir auch nur ein Stück Scheiße gäbe. Der Mensch ist der einzige Gott. Der Mensch muß belehrt werden sich vor sich selbst und den anderen Menschen für seine Taten zu verantworten.“

2. Gott ist die Macht der Natur, eine unpersönliche Urwirklichkeit. LaVey schreibt dazu: „Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, daß der Satanist nicht an Gott glaube. Die Vorstellung von einem ´Gott´, wie die Menschen es verstanden haben, hat sich im Laufe der Zeit so oft geändert, so daß der Satanist meist die Definition akzeptiert, die ihm am besten persönlich passt. Menschen haben immer ihre eigenen Götter geschaffen, viel eher als das ihre Götter sie gemacht hätten. ... Für einen Satanisten ist ´Gott´ - mit welchem Namen er auch immer genannt wird, oder auch überhaupt ohne jeglichen Namen - eine ausgleichenden Kraft in der Natur, und nicht ein Wesen daß sich mit dem Leid beschäftigt. Diese mächtige Kraft die das Universum durchzieht und ausgleicht ist viel zu unpersönlich um sich für das Glück oder Misere der aus Fleisch und Blut bestehenden Kreaturen auf diesem Ball aus Dreck, auf dem wir leben, zu kümmern.“ 

 3. Gott ist das eigene Ich. LaVey schreibt: „Ich bin ein Satanist! Verbeuge dich, denn ich bin die höchste Verkörperung menschlichen Lebens.“  Unumwunden bekennt der Leiter der Satanskirche Gott zu sein. Hendrik M., einer der Mörder von Sandro Beyer aus Sondershausen, schrieb aus dem Gefängnis an seine Freunde: „... Böse sein bedeutet noch viel mehr, als nur ein anderes Image zu haben. Es ist eine Lebenseinstellung ... was wäre dazu angebrachter als eine Religion. So viele Menschen bekennen sich zu irgendwelchen lächerlichen Religionen, warum nicht auch wir. Warum sich nicht zur stärksten Religion bekennen, eine Religion mit sich selbst als Gott, eine Religion, die wirklich Macht und Kraft verleiht ...“ 

4. Satan ist Gott. Diese Vorstellung findet sich so in den wenigsten Dokumenten der Satanisten wieder. Im Jugendsatanismus dagegen wird Satan oft göttliche Verehrung zuteil.

Satan - ein Mittel zum Zweck

Auch in ihrem Satansverständnis unterscheiden sich die Satanisten von einander. Vier Vorstellungen dominieren allerdings:

1. Die einen stellen sich den Satan als eine natürliche, nicht-materielle Kraft oder Wirklichkeit vor, die entweder neutral, oder auch grundsätzlich schwarz gedacht wird. Burton H. Wolfe beschreibt ihn „nicht als einen stereotypen Genossen, gekleidet in roten Überhang, mit Hörner, Schwanz und Mistgabel, sondern als  schwarze Kräfte in der Natur, die die Menschen erst beginnen zu erfassen.“  Diese Kräfte lernen die Satanisten für sich zu instrumentalisieren, weil sie „ein Reservoir“ von Kraft darstellen, die bis jetzt der Menschheit verschlossen geblieben sind. 

2. Andere beziehen die Bezeichnung Satan auf sich selbst. So hat sich Aleister Crowley als die Inkarnation Satans verstanden, weil das die logische Folgerung seiner Philosophie der Selbstverwirklichung zu sein schien. Bob & Gretchen Passantino erwähnen einen Fall, wo ein Satanist, gefragt, ob er jemals zu Satan gesprochen habe, antwortete: „Sie sehen Satan gerade an und sprechen zu ihm“.

3. Wieder andere, sehr oft Jugendliche, die mit dem Satanismus spielen, glauben an den Satan so wie er in der Bibel vorgestellt wird, jedoch mit der einen Ausnahme, daß sie ihm alle Qualitäten zuschreiben, die die Heilige Schrift Jesus zuerkennt. Ich erinnere mich noch gut, wie mich zwei völlig in Schwarz gekleidete Jugendliche besuchten und sich als Priester des Satans vorstellten. Gefragt, ob sie denn noch nie die Bibel gelesen haben und nicht wüssten, was die Heilige Schrift solchen Menschen in Aussicht stellt, die sich mit dem Teufel anlassen, antwortete sie: „Wir kennen die Bibel gut, aber alles, was sie darin vom Teufel lesen, ist Lüge. Jesus ist der Teufel und Satan ist Gott. Er ist unser Erlöser.“

4. Wiederum andere, vor allem Jugendliche aus pietistischen Familien, wissen vom Satan als dem Widersacher Gottes, nehmen aber die biblische Androhung der Höllen-Strafe in Kauf, weil ihnen die Macht, die sie aus der Verehrung Satans erlangen, im Moment wichtiger erscheint. Andreas ist ein klassisches Beispiel dafür. Er rief mich eines Nachts an, weil er die Fratze, die er sah, sobald er in den Spiegel blickte, nicht mehr aushalten konnte. Gefragt warum er sich denn mit dem Satanskult eingelassen habe, sagte er: „Ich weiß, daß Gott mich für meine Taten verdammt, aber Satan gibt mir halt mehr. Wenn ich Geld, z.B. brauche, da muß ich ihn nur darum bitten. Ich gehe auf die Strasse, mich überkommt ein Drang einen bestimmten Typen um 50 DM zu bitten und, ob du es glaubst oder nicht, der gibt mir den Schein, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Mit Gott funktioniert so was nicht.“

Jesus - der Feind

 Ähnlich wie Satan, sehen die Satanisten auch Jesus. Steht Satan für die Quelle der Lustbefriedigung, so ist Jesus ein Symbol für das Gegenteil. „Der Jesus Christus des Christentums ist das Gegenteil von alledem, was die Satanisten sein wollen.“  Auch da wo man an die historische Existenz Jesu nicht glaubt, steht sein Name für den Feind an sich. Anton LaVey, der jegliche Historizität der Person Jesu ablehnt, wird obszön und abfällig, sobald es um diesen Namen geht. Er nennt unseren Herrn Jesus Christus einen „Wahren Prinzen des Bösen - den König der Sklaven.“  Einen Erlöser wie Jesus brauchen sie nicht. In den Worten LaVey´s: „Sag es zu deinem eigenen Herzen: ´Ich bin mein eigener Erlöser.“

Sünde - die Erfindung der Christen

Der Satanist glaubt keinen Erlöser zu brauchen, weil er grundsätzlich jede Vorstellung von der Sünde ablehnt. Sünde ist die Erfindung der Christen, weil sie auf diese Weise die Menschen und ihre Wege zur Bedürfnisbefriedigung kontrollieren können. In dem bestimmte Verhaltensweise als Sünde bezeichnet werden, wird dem Menschen ein schlechtes Gewissen eingetrichtert, daß den Glauben an seine eigenen Möglichkeiten und seine eigene Kraft mindert. Das Resultat ist ein sklavisches Dasein, ein Leben in Komplexen, eine Existenz ohne Erfüllung. Der Satanist, der Selbstvergötterung zum eigentlichen Ziel seiner Religion macht, wird daher jede Minderung seiner eigenen Möglichkeiten als Angriff werten. Daher die exzessiven Ausfälle in Richtung christlichen Sündenverständnisses. Konsequenterweise bezeichnet LaVey  das Kreuzsymbol der Christen abfällig: „Festgefahrene Inkompetenz, aufgehängt an einen Baum.“

Nicht alle Menschen sind gleich wertvoll

In der Sicht der Satanisten sind nicht alle Menschen gleich. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen solchen, die erleuchtet worden sind (Satanisten) und solchen die sich jeder Erleuchtung verweigern. LaVey würde sich am liebsten all derjenigen die sich seiner Philosophie nicht beugen entledigen. Selbstbefriedigung auf Kosten anderer, minder einzustufender Personen, ist nicht nur akzeptiert, sondern geradezu geboten. Nur so kann eine gewisse Reinigung der Menschheit stattfinden. 

Satanistische Feiertage

Das Leben eines Satanisten kennt besondere rituelle Höhepunkte, die sich meist um die besondere Feiertage gruppieren. So versammeln sich am 6. 6. jeweils um 6 Uhr morgens Tausende von Satansjüngern an den Orten „geistlicher Energie“ um Luzifer Ehre zu erstatten.
LaVey nennt fünf Hauptfeiertage seiner Kirche, die da wären:

1. Der Geburtstag des jeweiligen Satanisten. LaVey sagt dazu: „Der wichtigste aller Feiertage in der satanistischen Religion ist das Datum des jeweils eigenen Geburtstags... Der Satanist empfindet: Warum nicht einfach ehrlich sein und wenn du schon einen Gott in dein eigenes Ebenbild schaffst, warum dann nicht diesen Gott als dich selbst schaffen. Jeder Mensch ist ein Gott, wenn er sich nur dafür entscheidet einer zu sein.“
2. Frühlingsbeginn oder Walpurgisnacht.
3. Herbstbeginn oder Halloween
4. Der Sommer Solstice
5. Der Winter Solstice.

Es ist wichtig für einen Christen sich von der Teilnahme an solchen Feierlichkeiten, auch wenn sie mit einem Hauch des Spiels und Harmlosigkeit versehen werden, fernzuhalten.

Ein Greuel vor Gott

Die Heilige Schrift ist sehr klar, wenn es um okkult-satanistische Praktiken geht. Im Alten Testament findet sich in 5. Mo 18, 9ff der locus classicus in Sachen Okkultismus, der explizit drei wesentliche Elemente des modernen Satanismus als Greuel vor Gott verbietet: Wahrsagerei, Magie und Spiritismus.

Es heißt hier:
"Wenn du in das Land kommst, das dir der Herr, dein Gott, geben wird, so sollst du nicht lernen, die Greuel dieser Völker zu tun, und nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem Herrn ein Greuel, um solcher Greuel willen vertreibt der Herr, den Gott, die Völker vor dir."

Wer sich also mit satanistischen Inhalten beschäftigt und entsprechenden Praktiken nachgeht, der macht sich zum Feind Gottes, eine überaus bedauernswerte Entscheidung.

VIII. Wenn Spaß zum bitteren Ernst wird


Die Folgen der Beschäftigung mit Satanismus sind vielfältig und hängen natürlich von der Intensität und der tiefe der Beziehung des Opfers zum Kult ab. Zu unterscheiden sind:

Soziale Störungen
Psychische und Körperliche Störungen
Okkulte Abhängigkeit
Besessenheit
Der Weg in die gesellschaftliche Isolation


Die oben vorgenommene Darstellung satanistischer Praktiken hat deutlich gemacht, wie die Opfer dieser Schwarzen Kulte auf der Suche nach Geborgenheit und Akzeptanz immer mehr in eine gefährliche Isolation von ihren Mitmenschen hineinmanövriert werden. In der Tat kann es im Satanismus keine Gemeinschaft geben. Ausdrücklich beschreibt Ricarda S. in ihrer Biographie wie die Gruppe sich gegen jede Versuchung der Nächstenliebe, ja Liebe überhaupt, zu Wehr setzt. Unter anderem beschreibt sie eine solche Situation mit folgenden Worten: „Der Haß hat mir gut geholfen gegen meine Angst. Aber ich merkte, daß mein Haß, mein wahrer Wille noch ganz schön löcherig war. Und nicht nur bei mir. Die anderen hatten immer noch ganz schön Angst. Gabi war mal nach einer Schwarzen Messe völlig außer sich. Krischan hatte diesmal unglaublich stark geblutet, und Gabi hatte Angst, daß er das nicht überlebt. Wir standen im Zimmer, sahen uns an, fingen beide an zu weinen und haben uns umarmt. Wir haben uns einander festgehalten. Das war nach den Regeln aber streng verboten, und als dann jemand ins Zimmer kam, ließen wir uns sofort los. Ich schrie Gabi gleich an, sie sollte sich nicht so anstellen. Michael, der hereingekommen war, grinste nur verächtlich.“
Keine Schwächen, keine Liebe, keine Beziehung - wen wundert’s dann, wenn Menschen, die sich mit satanistischen Inhalten und Gruppen beschäftigen, am Ende einsam, beziehungsunfähig, verhaltensgestört und sonst sozial gestört dastehen. Die Geschichten jener Frauen, die sich auf den Grandmaster des modernen Satanismus Aleister Crowley einließen, bieten alles, was man sich an sozialem Tod im Leben eines Menschen vorstellen kann.

Im Käfig der Angst

Die zunehmende persönliche Isolation, das Gefühl mit den eigenen Erfahrungen allein zu stehen und erstarrt auf eine übernatürliche Kraft zu blicken, ohne sie jedoch sehen zu können, löst bei den meisten satanistisch aktiven Menschen große Ängste aus. Ich kenne aus meiner seelsorgerlichen Praxis keinen Menschen der sich auf dem Satanismus einließ und dabei nicht durch kaum zu bewältigende Ängste gegangen ist.  Man fühlt sich verfolgt, hört Stimmen und Schritte; kann sich oft überhaupt nicht mehr konzentrieren und hat große Probleme beim Schlaf.
Petra, eine junge Frau, die in den Bann okkulter Mächte geraten war und die in meine Seelsorgepraxis kam, bringt ihre Erfahrungen auf den Punkt: „Ich kann praktisch überhaupt nicht mehr allein in Räumen bleiben, ganz geschweige von dunklen Räumen. Spüre eine unsichtbare und mir angstmachende Gewalt um mich herum. Manchmal spüre ich körperliche, kalte Berührungen. Ich erstarre dann vor Angst. Ich höre Stimmen, sehe Fratzen in den Gegenständen und manchmal verwandeln sich diese Gegenstände in furcherregende Fratzen. Sehr, sehr oft habe ich Mordgedanken. Es ist schrecklich. Mein Leben ist zu einer Hölle geworden.“
Ähnliche Beispiele berichten auch andere Opfer satanistischer Kulte. Oft berichten sie davon, daß ihre Haustiere die Anwesenheit des Geistes in den Räumen in denen sie sich aufhalten spüren.

Wie immer diese Erfahrungen gedeutet werden, fest steht die erfahrene Angst ist real. Der Versuch andere, als okkulte Phänomene und eventuell Störungen der Persönlichkeit für solche Ängste haftbar zu machen, wie das seitens der Psychiatrie immer wieder gemacht wird,  mag in einzelnen Fällen berechtigt sein, die Masse der okkult belasteten Opfer des Satanismus haben es jedoch mit Ängsten zu tun, die tatsächlich aus der Begegnung mit Geistern herrühren. Das wird spätestens nach der Hinwendung des Menschen zu Christus und die Inanspruchnahme seiner Befreiung deutlich. In der Regel verschwinden solche Ängste sofort, was weniger auf psychische Störungen, sondern auf okkulte Einflüsse schließen läßt.

Ist ein Mensch in die Klauen einer Satansgruppe geraten, so steht dieser Gruppe meist ein ganzes Arsenal von Mittel zur Verfügung, diese Person unter ihrer Kontrolle zu behalten. Viele Aussteiger berichten, daß sie in Kreis der satanistischen Rituale dank ihres Drogenkonsums geraten waren und daß sie den Eindruck hatten daß sie unter Drogen gesetzt wurden, weil sie so viel eher gefügig gemacht werden konnten. Drogen gehören besonders zu dem Erleben der satanischen Gottesdienste fest dazu.

Eine andere Methode ist die Androhung der Veröffentlichung während der Sexorgien gemachten Aufnahmen. „Wenn du aussteigest, dann erfahren alle deine Freunde, was du getan hast.“ Bei Kinder droht man oft den allernächsten, z.B. den Eltern Gewalt anzutun, wenn sie über ihre Erfahrungen reden. Sehr oft sind diese Drohungen verbunden mit der Veröffentlichung der von den Opfern begangenen kriminellen Akten. Zu diesen werden sie allerdings gezwungen. Nicht selten handelt es sich dabei um Mord.

SRA (Satanic Ritual Abuse)

Die schlimmsten seelischen und oft auch körperlichen Schäden bleiben bei Menschen zurück, die rituell missbraucht wurden. Eine der schrecklichsten Erscheinungen im modernen Satanismus ist der psychische, physische und sexuelle Missbrauch der in den Gottesdiensten vollbracht wird. Dieser Missbrauch wird in der Literatur als Ritueller Missbrauch bezeichnet, oder wie das heute weltweit gebrauchte Kürzel SRA vorschlägt, Satanic Ritual Abuse (Satanischer Ritueller Missbrauch).  Ritueller Missbrauch ist keineswegs auf satanistische Kreise begrenzt, obwohl man hier die meisten Fälle feststellt. SRA wird auf Kindern wie Erwachsenen ausgeübt, wobei Kinder und Teenager bevorzugt werden.

Ich traf M. anläßlich eines evangelistischen Dienstes in Süd-Afrika. Sie wuchs in der Familie praktizierender Satanisten auf. „Ich wurde sehr früh zu Schwarzen Messen mitgenommen“, sagte sie mir. „Fürchterliches muß da passiert sein. Immer wieder stehen vor meinen Augen schreckliche Bilder von zerstückelten Tieren, abgerissenen Hühnerköpfen, schmerzverzerrten Gesichtern von Kindern, die sexuell auf einem Altar missbraucht wurden. Auch ich muß mehrmals missbraucht worden sein. Seit der frühesten Kindheit gerät jede Nacht für mich zur Höllenfahrt. Albträume sind meine schrecklichen Lebensbegleiter. Weder Alkohol, Drogen, noch psychologische Behandlungen haben bis jetzt vermocht, etwas daran zu ändern. Oft wurde alles nur noch schlimmer.“

Die Geschichten, wie sie Opfer berichten, gleichen sich, ob sie nun in den USA, England, Süd-Afrika oder Deutschland registriert worden sind. Es handelt sich um Mord, sexuelle und körperliche Gewalt, psychischen Terror. Menschen werden dabei vergewaltigt, gezwungen eigene oder fremde Exkremente und Menschenfleisch  zu essen, Blut, oft vermischt mit Urin, zu trinken. Sehr oft werden die entsprechenden Opfer vor den Augen der jeweiligen Person, oder gar auf deren Körper, umgebracht.  Fälle gemeldeten rituellen Missbrauchs haben sich besonders in den USA seit dem Ende der 80er Jahre sprunghaft vermehrt. 

In einer Reihe von Fällen, wo Opfer über rituellen Missbrauch klagten, stellte sich heraus, daß es sich um einen vorgetäuschten Missbrauch handelte, besonders wenn es um den rituellen Mord ging.  Diese Fälle dürfen allerdings nicht als Argument gegen die Tatsache als solche ins Feld geführt werden.

Okkulte Abhängigkeit

Wer sich auf das Spiel mit den Geistern einlässt, gerät immer in eine Abhängigkeit von diesen Mächten. Freilich muß es nicht immer gleich Besessenheit sein, sprich das Innewohnen eines Geistes im Körper des Menschen. In der Regel führen spiritistische Praktiken jedoch zu einer spürbaren Abhängigkeit des Menschen von den Geistern, die sie rufen. Das kann von massiven Ängsten, unkontrollierten Wutausbrüchen, Anklagen gegen Gott und  Mitmenschen bis hin zur okkulten Belastung gehen. In seiner schwächsten Form äußert sich eine solche Belastung in einer Kette von Anfechtungen, in der stärksten wird der Mensch massiv fremdbestimmt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Umsessenheit.  Böse Geister üben ihren Einfluß auf die abhängig gemachten Menschen von außen aus, indem sie ihre Gedankenwelt und die Umgebung kontrollieren (Eph. 2,3). 

Besessenheit

Die schlimmste Form okkulter Abhängigkeit ist Besessenheit. Dabei lebt ein oder mehrere Geister  der Finsternis im Körper des Menschen. Das Denken, Fühlen und Wollen des Menschen stehen unter dem Einfluß des in ihm lebenden Dämonen (Lk. 22,3-6). Ein klassisches Beispiel der Besessenheit findet sich in Mt. 8,28-34. Die hier beschriebene Gadarener wurden in seinem Verhalten total vom Willen der in ihm lebenden Dämonen bestimmt. Sie sprechen zwar Jesus an, doch es wird schnell sichtbar, daß es nicht die Menschen, sondern, die in ihnen lebende Dämonen sind, die sprechen. Fremdbestimmt und unter ständigem Einfluß der „inneren Stimmen“ sind solche Menschen nur noch bedingt fähig in der Gesellschaft sinnvoll zu leben und befinden sich, wie Neil T. Anderson richtig feststellt oft „in Rehabilitationszentren und Nervenanstalten.“  Ihr destruktives Verhalten ist zu allererst auf die Zerstörung der eigenen Persönlichkeit ausgerichtet (1. Kor. 5,5). Die Bibel nennt eine Reihe von Krankheiten, die auf den Menschen infolge der Besessenheit kommen können: Geisteskrankheit (Mk. 5,1ff), Anfallskrankheit (Mk. 9,18ff), Rückgratverkrümmung (Lk.13,11), Stummheit (Mt.9,32), Taubstummheit (Mk. 9,25), Blindheit und Stummheit (Mt.12,22) und anderes.

Besessene Menschen zeichnen sich durch Suchtverhalten, Konzentrationsunfähigkeit, fehlende Selbstkontrolle, ungezügelte Leidenschaft und allem voran, offen ausgetragene Abneigung allem Göttlichen gegenüber, aus. Es sind hoffnungslos gefangene Menschen, die sich selbst nicht mehr aus den Ketten der sie kontrollierenden Mächte befreien können.
Die einzige Hoffnung solcher Menschen liegt in Jesus Christus, der die Macht der Dämonen gebrochen hat und der sie deshalb in die Flucht schlagen kann. Er ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören (1. Joh. 3,8). So wie es im Fall der Gadarener passiert ist. Da verließen die Horden des Bösen die Männer auf den Befehl Jesu hin. Und mit der Befreiung des Menschen von den Dämonen geht ihre körperliche und geistige Wiederherstellung Hand in Hand. Jesus machte die Besessene gesund indem er die Dämonen austrieb (Mt.4,24; 8,16; Apg.10,38; u.a.).

VII. Urteilen ohne zu verurteilen

Der kurze Überblick über das Phänomen und die Bewegung des Satanismus ist keineswegs vollständig. Das läßt nicht nur der Umfang dieser Broschüre, sondern auch das Phänomen selbst kaum zu. Und doch können und sollen wir als Christen gewisse Schlußfolgerungen auf dem Hintergrund biblischer Offenbarung ziehen. Dazu ruft uns die Schrift auf, wenn es in Eph.5,10-13 heißt:
„Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie viel mehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn´s vom Licht aufgedeckt wird.“

Licht meint hier keineswegs das Licht unser eigenen Fähigkeit sich mit Konzepten kritisch auseinander zu setzen, sondern das Licht Gottes. Wir können deshalb nur urteilen auf dem Hintergrund dessen, was Er, unser Herr, für wahr und für richtig hält. Nicht mehr, aber bitte auch nicht weniger. Dazu verleiht uns der Herr seine Gabe der Unterscheidung der Geister (1.Kor.12,10).

Was sollen wir Christen nun vom Satanismus halten? Handelt es sich hier um eine bewußt antichristliche Bewegung, die in gewisser Hinsicht das Ende einläuten soll?  Oder geht es eher um einen Protest gegen die Zustände in der Christenheit, den wir nicht mit einer aufgesetzten „Teufelsbrille“ zu beurteilen haben?  Sollten wir vor Dämonie warnen, oder eher getrost nach psychologischen und parapsychologischen Lösungen suchen? Ist der Satanismus „Bluff oder Realität“ ?

Die Durchsicht der gängigen (bei weitem nicht allen) Grundvorstellungen der Satanisten läßt schlussfolgern:

Unschlüssiges Weltbild

Die Satanisten haben ein widersprüchliches und in sich nicht schlüssiges Weltbild, daß zwar Sehnsüchte der Menschen nach Autonomie und Selbstverwirklichung ausdrückt, jedoch als falsch und unbiblisch abzulehnen ist. Sie nehmen sich heraus, selbst den Kosmos ergründen zu können und die Wege der Erfüllung bestimmen zu können. Nichts anderes hat die Schlange der Eva im Paradies vorgeschlagen (1. Mose 3,1-7). Aber der Versuch des Menschen jene versprochene Autonomie von Gott zu erlangen, endete bekanntlich mit dem Verlust des Paradieses, jenseits von Eden. Die satanistische Erkenntnis und daraus erwachsene Weltbild entpuppt sich auf diesem Hintergrund schnell als Betrug.

Protest ohne Kenntnis

Die Satanisten lehnen Gott, Kirche und Christus ab, weil sie von dem was sie in der Kirche gesehen und erlebt haben enttäuscht sind. Ihre Äußerungen und Stellungnahmen zu den wichtigsten Lehren des Christentums beweisen anschaulich, daß sie diese weder kennen noch verstehen. Sie sind anti-christlich, aber diese Antichristlichkeit ist im Grunde eine Antikirchlichkeit. Satanismus ist in wesentlichen Zügen eine Protesterscheinung.

Diese Tatsache darf uns allerdings nicht zur Schlussfolgerung verleiten, wie es Wenisch und andere tun, daß damit eine teuflische Führung im Protestsatanismus auszuschließen ist.  Natürlich ist es falsch mit einer „Teufelsbrille“ jedes übernatürliche Phänomen an zusehen, aber es ist nicht weniger falsch anzunehmen, daß man sich auf den Teufel, ob bewußt oder unbewußt, gläubig oder ungläubig, einlassen kann, ohne dass der Satan Kontrolle ausübt. Eine solche Sicht schlägt lediglich ein naives und entpersonalisiertes Bild des Bösen vor. Und dieses Bild ist der Heiligen Schrift fremd. Vielmehr ist das ein Bild des aufgeklärten Menschen der Moderne, daß längst nicht mehr den Anforderungen des postmodernen Zeitalters entspricht, ganz geschweige davon, was die Heilige Schrift darüber zu sagen hat.

Fehlende Gotteserkenntnis

Satanisten kennen den Gott der Bibel nicht. Ihre Vorstellungen orientieren sich an gnostischen und fernöstlichen Konzepten, die eine persönliche Beziehung mit Gott unmöglich machen. Sie lehnen den biblischen Gottesbegriff ab, ohne sich die Mühe zu machen, ihn zu verstehen. Das Wort in Röm.1,18-20 ist daher ein Urteil auch gegen sie. Hier heißt es:

“Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alle gottlosen Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so das sie keine Entschuldigung haben.“

Satan als Objekt des Anbetung

Satanisten beten Satan an. Auch dann, wenn sie in ihm nur ein Symbol, eine unpersönliche Kraft, etc. sehen - sie suchen und finden in ihm eine Kraftquelle. „Er funktioniert“, wie man es von praktizierenden Satanisten immer wieder hören kann. „Man hat mir zwar gesagt, daß ich enorme Ängste auszustehen haben werde und auch für immer den inneren Frieden verliere, aber dafür bekomme ich Zugang zu übernatürlichen Kräften. Ich bin den Handel eingegangen. Und es funktioniert. Das allein zählt für mich“, sagte mir eine Frau, die sich als Geistheilerin betätigt.

Die Bibel aber läßt über diese Art von Aktivität keinen Zweifel übrig. Sie nennt jede paranormale Beschäftigung mit außersinnlichen Kraftquellen, die nicht unmittelbar mit Gott zu tun haben - Greuel (5. Mo 18, 9-13).
Und Satan wird unmissverständlich als „der Böse“ (Math. 5,37), der Anführer der von Gott abgefallenen Engel (Lk. 10,18), der „Vater der Lüge“ (Joh. 8,44); der „Fürst dieser Welt“ (Eph. 2,2), der Anführer der Hierarchie der bösen Geister (Eph. 6,12), der „von Anfang an sündigt“ (1. Joh. 3,8).
Er hat gegen Gott gekämpft und verloren. Jesus Christus hat ihn besiegt (Lk. 10,18) und seine letztendliche Bestimmung ist der Feuersee (Mt. 25, 41; Off. 20,10).

Doch bis zu seiner endgültigen Verurteilung läuft er durch die Welt wie ein brüllender Löwe und sucht wen er verschlingen könne. Ständig versucht er die Gerechten vor Gott zu verleumden (Hiob 1, 6-12; Off.12,10). Wen soll es da wundern, daß Menschen, die sich auf ein so ausgezeichnetes Wesen einlassen, Erfahrungen machen. Aber diese Erfahrungen sind von vorneherein qualitativ festgelegt: Sie tun, was ihr Vater tut (Joh. 8,44). Das Resultat ist ein Leben unter der Kontrolle des Teufels, wobei diese Kontrolle nach Eph. 2,3 durch den Zwang der Leidenschaftsbefriedigung und der Unfähigkeit eigene Gedanken zu kontrollieren gekennzeichnet ist. Und eine solche Kontrolle ist immer mit dem Prozeß der Dämonisierung verbunden, der bis zur Besessenheit führen kann. Damit ist nicht gesagt, daß jeder Satanist besessen ist, aber jeder Satanist lebt in der Gefahr von den Dämonen besetzt zu werden.

Christusfeindlichkeit

Satanisten lehnen Jesus Christus als Gottes Sohn und Erlöser nicht nur ab, sondern bekämpfen Ihn auch wo immer sie können. Unmissverständlich heißt es über solchen Menschen im 1. Joh. 2, 22: „Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichristus, der den Vater und den Sohn leugnet.“
Satanisten sind damit antichristlich tätig. Und sie können auch nicht anders, ist doch Jesus Christus „gekommen um die Werke des Teufels zu zerstören“ (1. Joh. 3, 8). Wo immer sie mit der Person Jesu Christi in Verbindung geraten, wird Kampf beginnen müssen. Gewinnen aber können sie diesen Kampf nicht, denn dieser ist längst gewonnen und zwar am Tag der Auferstehung Jesu von den Toten (1. Kor. 15, 55 ff).

Sündlosigkeit als Selbstbetrug

Satanisten lehnen jede Sündhaftigkeit und deshalb auch Erlösung in Christus ab. Sie glauben sich selbst erlösen zu können. Damit widersprechen sie radikal der Schrift. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns“, heißt es dazu im 1. Joh.1,8. Nein alle Menschen haben gesündigt und ermangeln deshalb der Herrlichkeit Gottes (Röm.3,23). Das abzulehnen können nur Menschen, die die Dinge verkehren und auf den Kopf stellen. Und über solche sagt der Prophet Jesaja (5,20-21.24a):

„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen. Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug! ...  Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und Stoppeln vergehen in der Flamme, so wird ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie verachten die Weisung des Herrn ... „
Nein, auch Satanisten brauchen Jesus und werden nur durch ihn das wahre Leben finden können (Eph.4,17f; Joh.11,25).

Verantwortungslosigkeit

Satanisten lehnen es ab, Gott oder auch ihren Mitmenschen gegenüber verantwortlich zu sein. Getreu dem Glaubenbekenntnis Aleister Crowley´s machen sie ihre eigene Lustbefriedigung zum Maßstab allen Handelns. Menschen werden grundsätzlich in zwei Kategorien eingeteilt, solche, die sich dem Satan angeschlossen haben und deshalb würdig sind zu leben und solche, die schwach, zerbrechlich, hilfsbedürftig und daher auch nicht lebenswürdig sind. Wie wenig man im Satanismus vor dem Leben Respekt hat, zeigt vor allem die Praxis des rituellen Missbrauchs. Hier werden Menschen im Rahmen sogenannter Messen regelrecht aufs schrecklichste psychisch, physisch und vor allem sexuell missbraucht.

Die Geschichten, wie sie Opfer berichten, gleichen sich, ob sie nun in den USA, England, Süd-Afrika oder Deutschland registriert worden sind. Es handelt sich um Mord, sexuelle und körperliche Gewalt, psychischen Terror. Menschen werden dabei vergewaltigt, gezwungen eigene oder fremde Exkremente und Menschenfleisch  zu essen, Blut, oft vermischt mit Urin, zu trinken. Sehr oft werden die entsprechenden Opfer vor den Augen der jeweiligen Person, oder gar auf deren Körper, umgebracht.

Okkulte Abhängigkeit und Besessenheit

Es wäre also falsch, den Satanismus auch in seinen experimentellen, künstlerischen und sonstigen Initialphasen zu verharmlosen. Niemand wird sich ungestrafft auf ein Spiel mit dem Satan einlassen. Schon bald wird deutlich, daß ein solches Spiel lebensgefährlich ist. Es führt in okkulte Abhängigkeit, ja bis zur völligen Machtergreifung der bösen Mächte über die Person des Menschen. Nein, wir sollten niemals leichtfertig Menschen, die sich mit satanistischen Inhalten beschäftigen aburteilen, ist doch das Gericht über den Anderen unserer menschlichen Gewalt per Definition entzogen (Mt.7,1ff).

Auf der anderen Seite sollten wir nicht blauäugig dem Treiben der Mächte des Bösen zusehen. Schließlich ist unser Kampf auf Erden nicht ein Kampf gegen Fleisch und Blut, „sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph. 6,12). Im Satanismus äußern sich diese Kräfte offen und ungeniert. Sie müssen daher von uns erkannt und als solche auch benannt werden. Nur so kann man dann gegen einen Feind vorgehen. Dämonen wollen am liebsten unerkannt bleiben. Sie sind Schattengestalten, Mächte aus dem Bereich des Dunklen. Licht bedeutet für sie Gefahr. Sie scheuen erkannt zu werden. Deshalb müssen wir sie entlarven und die Werke des Teufels ans Licht bringen. Wo das geschieht, da wird sich Widerstand formieren und wo man dem Teufel Widerstand leistet, da flieht er (Jak. 4,7). 

VIII. Mission an der vordersten Frontlinie

Den Auftrag ernst nehmen

Wie begegnen wir, Christen, Satanisten? Kann man unter ihnen gar Mission und Evangelisation betreiben? Ist es nicht viel zu gefährlich, begibt man sich da nicht in große Gefahr, wenn man sich auf eine Konfrontation mit den selbsternannten Dienern des Satans einlässt? Nun die Antwort auf all diese Fragen ist eindeutig: Wir müssen auch diesen Menschen das Evangelium von der Befreiung in Jesus Christus bringen! Nirgendwo im Neuen Testament werden Anhänger satanistischer Kulte von der Verkündigung des Evangeliums ausgeschlossen. Geradezu umgekehrt. Der missionarische Auftrag unseres Herrn Jesus Christus schließt immer wieder den Befehl zur Dämonenaustreibung ein. In Lk.9,1-2 heißt es zum Beispiel:
„Er rief die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister, und das sie Krankheiten heilen konnten, und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu heilen ...“

An einer anderen Stelle sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh. 20,21). Und Er wurde gesandt: „... zu verkündigen das Evangelium den Armen; ... zu predigen den Gefangenen, daß sie frei sein sollen, und den Blinden, daß sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ (Lk. 4,18-19). Gesandtsein wie Jesus gesandt wurde, bedeutet also, einen totalen Einsatz für Menschen, die gefangen, verführt, zerschlagen und blind sind. Wer wenn nicht die Satanisten gehören in diese Kategorie der Betrogenen. Ja, ihre Befreiung setzt einen Kampf voraus, einen Kampf mit Mächten der Finsternis. Aber in diesem Kampf ist der Sieg bereits errungen.

Ganz im Einklang mit diesem Auftrag stehen die Worte Jesu mit denen er die Arbeit seiner gesandten Missionare beschreibt:
„Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben ...“ (Mk. 16,17)

Wer also mit der Botschaft vom Reich Gottes betraut worden ist, der wird der Konfrontation mit den Mächten der Finsternis nicht aus dem Wege gehen können. Ja, der Missionsauftrag schließt den Befreiungsdienst ein.

Christsein gibt es nur als Leben im Kampf

Nicht nur das, sondern noch mehr - als Christen stehen wir von Anfang an in einer Kampfsituation mit den Mächten der Finsternis. Apostel Paulus schreibt in Eph. 6,12 richtig:
„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

Nicht Menschen, Ideen, Konzepte, Irrlehren, sondern reale Mächte der Finsternis sind es gegen die wir anzugehen haben. Und die sind nicht mal da und mal nicht. Sie sind nicht nur dann uns gegenüber, wenn wir es mit den Satanisten zu tun haben. Wir können ihnen nicht entfliehen, wenn wir uns aus dem Auftrag Jesu stehlen oder jedem Satanisten aus dem Weg gehen. Christsein bedeutet an sich schon eine Kampfansage. Angst vor diesem Kampf ist daher hier fehl am Platz. Und die Verheißung Jesu macht das deutlich: „Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und die Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.“ Welch eine Versprechung! Da kann man nur mit Apostel Paulus voller Freude herausrufen: „Gott aber sei Dank, der uns allezeit Sieg gibt in Christus ...“ (2. Kor.2,14).

 

Kämpfen - gewußt wie

Sicher, jeder Kampf ist schwer und wehe demjenigen, der die Regeln des Kampfes nicht kennt. Gewinnen wird er sicher nicht (2.Tim. 2,1ff). Wer kämpfen will, der sollte daher:

dazu berufen sein;
dafür begabt werden
sich für den Kampf rüsten

Gott hat hierfür Menschen in seine Gemeinde eingesetzt, die entsprechende Gaben erhalten haben: Apostel, Evangelisten, Propheten, Hirten und Lehrer (Eph.4,11). Sie sind es, die die Heiligen zurüsten sollen zum Werk des Dienstes (Eph.4,12 ff).

Kämpfen im Angesicht des Sieges

Und dann gilt - wer sich auf den Kampf für die in dämonischer Verstrickung befindenden Seelen einlässt, darf wissen: DER KAMPF IST LÄNGST GEWONNEN! Nichts befürchten die Dämonen mehr als den Namen Jesu Christi. Niemanden hassen Satanisten mehr als den Herrn Jesus Christus! Und doch liebt Jesus sie! Für sie ist er in die Welt gekommen, als Herrscher, der die Werke des Bösen zerstören WIRD, weil ER auf dem Kreuz von Golgatha dafür die Grundlagen gelegt hat (1. Kor. 15, 55).
Wer demnach im Namen Jesu in den Kampf zieht, zieht unter der Flagge des Siegers. Wer Jesus glaubt, darf wissen, daß „unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“ (1. Joh. 5,4). Nicht erst überwinden wird, sondern überwunden hat!

Keine Angst also, Ihr Kämpfer Jesu Christi - der Sieg ist uns garantiert. Wir kämpfen nicht einfach gegen ein Phänomen, sondern für Menschen, die verirrt, gefangen und geknechtet werden. Wir erfüllen die Mission unseres Gottes. Und wenn ER mit uns ist, wer mag da gegen uns sein (Römer 8,31).

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1.    Satanskulte             - Dr. Kurt E. Koch
2.    Marx und Satan             - Pfr. Richard Wurmbrand
3.    Der Fall Satans            - Erich Sauer
4.    Der Ursprung des Bösen          - Erich Sauer